#73 Dirk Schmidt: „Manchmal ist das Leben auch eine Wette auf die Zukunft.“

Shownotes

In dieser Folge des RHI-Podcasts spricht Tina Maier-Schneider mit dem Politikwissenschaftler und China-Experten Dirk Schmidt über prägende Orte, unerwartete Wendungen und darüber, wie Offenheit für Neues ganze Lebenswege verändern kann. Die Reise führt von der deutsch-französischen Grenze im Saarland über Studenten-WGs in Newcastle bis nach Taiwan und mitten hinein in Fragen von Identität, Demokratie und globalen Perspektiven.

Schmidt erzählt von seiner Kindheit an der Grenze zu Frankreich, vom Aufwachsen zwischen Schlagbaum und europäischer Öffnung und davon, wie sehr ihn das Leben in einer internationalen WG während seines Auslandssemesters in England geprägt hat. Newcastle wird für ihn zu einem Ort der Freiheit, des kulturellen Aufbruchs und der ersten Erfahrung, wie bereichernd unterschiedliche Perspektiven sein können.

Das Gespräch verbindet persönliche Erinnerungen mit politischen Beobachtungen. Immer wieder geht es um die Frage, wie Geschichte, Herkunft und Sprache das Denken von Menschen prägen und warum internationale Erfahrungen gerade für junge Menschen heute wichtiger denn je sind. Schmidt wirbt dabei eindringlich für mehr Offenheit, mehr Neugier und den Mut, Chancen zu ergreifen, auch wenn der Weg zunächst nicht klar vorgezeichnet ist.

So entsteht ein persönliches und zugleich hochaktuelles Gespräch über Bildung, globale Perspektiven und die Erfahrung, dass sich manche Lebenswege erst im Rückblick wirklich erklären lassen.

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+++ About +++

🎧 Der Interviewpodcast aus dem Roman Herzog Institut mit wechselnden Gästen. Im persönlichen Gespräch unterhalten sich Köpfe der Wissenschaft mit Host Tina Maier-Schneider über ihr Leben und ihre Arbeit. Hier lernen Sie Wissenschaftler:innen kennen, die etwas bewegen. Auf unserem YouTube-Kanal finden Sie das Schwesterformat RHI-Kontexte, in dem Dr. Martin Lang mit führenden Wissenschaftler:innen aus verschiedensten Disziplinen intensiv ihre Forschungen und Gedanken diskutiert. 🔥 Abonnieren Sie den YouTube-Kanal des Roman Herzog Instituts direkt hier: https://bit.ly/AboRomanHerzogInstitut

+++ Über das Roman Herzog Institut +++

➡️ Das Roman Herzog Institut ist ein zukunftsorientierter Think Tank, der sich aus interdisziplinärer Perspektive mit den Kernthemen Werte, Führung und Zukunftsaussichten auseinandersetzt. Unser Institut überwindet die Barrieren zwischen verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen und erarbeitet fächerübergreifende Langfristperspektiven für Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Durch die Vernetzung von Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen entstehen fruchtbare Diskussionen und innovative Lösungen für die aktuellen Herausforderungen Deutschlands. Ein Schwerpunkt unserer Formate liegt auf der Zukunft der Arbeit, wobei wir die Auswirkungen von Vernetzung, Industrie 4.0 und Künstlicher Intelligenz auf unser Arbeitsverständnis und deren gesellschaftspolitische Konsequenzen beleuchten. Unser Ziel ist es, Impulse für die zukünftige Entwicklung Deutschlands zu setzen und den Dialog mit Entscheidungsträger:innen, Unternehmen und Verbänden zu fördern. Wir sind mehr als nur ein Ort für Studien und Positionen; wir sind ein lebendiger Raum für Dialog und Diskussion, sei es durch wissenschaftliche Symposien oder kontroverse Streitgespräche.

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RomanHerzogInstitut #Gesellschaft #Wissenschaft #ThinkTank #Deutschland #RHI #RHIKontexte #Lebenswege #Interviewpodcast #Politikwissenschaft #InternationalePolitik #Demokratie #Identität #Auslandssemester

Transkript anzeigen

00:00:00: Der

00:00:00: Podcast des Roman-Herzog-Instituts.

00:00:04: Durch Deutschland muss er in den Ruck

00:00:05: gehen.

00:00:06: Tina Meyer Schneider spricht mit Menschen, für die diese Aufforderung eine Aufgabe ist.

00:00:13: Für uns wurde dann, wenn da ein Stau war ... Da haben sie vorne die Sirene eingeschaltet und hat sich der Stau geteilt.

00:00:20: Wir konnten mit unserem Bus vorbeifahren sind zum Außenministerium gefahren zu verschiedenen anderen Ministerien.

00:00:27: Es gab Superessen!

00:00:29: Und wir sind da richtig auch hoffiert worden.

00:00:34: Und dann haben die immer korrigierten, haben gesagt, nenn ihr also Achtung bitte jetzt nicht so sprechen wie diese auf der Straße sondern ihr müsst hier wirklich das gute Chinesisch lernen und euch nicht zu irgendwas aneignen was ihr da irgendwo auf der Strasse hört.

00:00:51: Dann kam ein Wissenschaftler auf mich zun, so Düngerer und er hat dann gesagt na ich glaube sie sind hier auch so relativ in Außenseiter und sagt, wie ist das denn?

00:01:02: Und dann sagt er ja ich bin jetzt hier jemand... Ich bin frisch promoviert.

00:01:08: Aber die sind alle von der Gurmendang also von dieser ehemaligen Herrschaftspartei und ich bin der einzige der von der Oppositionspartei ist und deshalb habe mit denen relativ wenig zu tun.

00:01:20: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Podcasts aus dem Roman Herzog-Institut.

00:01:26: Heute geht es auf eine Reise von Saarbrücken über Newcastle, Apontein bis Taiwan, Trier – ich weiß nicht wohin noch?

00:01:33: Aber ich bin gespannt!

00:01:35: Mein Gast ist Dirk Schmidt, er ist Politikwissenschaftler und Kineexperte.

00:01:40: Doch jetzt im Anschluss an das Gespräch mit Martin Langschaume Und die Geschichten, die sie ich und wir alle hier vielleicht noch gar nicht kennen.

00:01:55: Ich freue mich jetzt total Ihnen hier im Studio willkommen zu heißen.

00:01:58: Herzlich Willkommen Dirk Schmidt!

00:02:01: Ja schön dass ich da sein kann.

00:02:03: Super Herr Schmidt.

00:02:04: das ist heute eine totale Ausnahmesituation.

00:02:06: Ich sitze ja auch nur mit so meinem Zettelchen-Spickzettel.

00:02:09: Ich habe nämlich das Studio gekapert.

00:02:11: Ich hab mir gedacht Videopodcast wollen wir ausprobieren?

00:02:14: Wir waren immer am Podcaststudio Und jetzt tun Sie mir den Gefallen, mein erster Gast hier im Fernsehstudio zu sein und der mit mir über seine Erinnerungen spricht.

00:02:25: Vielen Dank!

00:02:29: Wenn sie nicht ich sondern Sie zurückgucken... Ich habe das eben so gesagt, ja?

00:02:39: Wenn der eine Moment an den Sie sich erinnern, egal an welchem Ort gibt es einen Ort wo sie sich erinnern und das treibt Ihnen sofort ein Lächeln ins Gesicht.

00:02:48: Ja, ich muss sagen das war schon in Jukrasel gewesen weil das so zum ersten mal war wo ich auch wirklich länger jetzt von zuhause weg war und es war so ganz anders gewesen.

00:02:57: Und so das Leben in dem Flat in dieser sechser Wohngemeinschaft mit völlig unterschiedlichen Personen.

00:03:03: da waren zwei aus Großbritannien aus England Es war noch einer aus Norwegen Einer aus den Niederlanden Das fehlt mir noch eine aus Malaysia noch und dann war ich völlig ungewohntes.

00:03:18: Zusammenleben hat super viel Spaß gemacht und wir hatten schöne Partys auch natürlich gehabt.

00:03:23: war so ein richtig gutes Zusammengehörigkeitsgefühl und das war, muss ich sagen dieses Semester war so einen Höhepunkt wirklich in meinem Studium gewesen.

00:03:31: Und auch würde ich sagen in meinem Leben auch.

00:03:34: Wie ist es gekommen dass sie nach England gegangen sind?

00:03:37: Das war viel so vieles eher ein Zufall gewesen.

00:03:40: also als ich ins Abrücken studiert habe gab's eine Kooperation Erasmus Kooperation mit verschiedenen Universitäten.

00:03:46: Also ich hätte auch theoretisch nach Wales gehen können Weil ich damals schon so ein Interesse für China und Taiwan hatte, kam dann eher Newcastle in Frage.

00:03:56: Weil Newcastles damals ein East Asia Center hatte – das hat es auch eigentlich immer noch.

00:03:59: Und die Aussage war ja, Inhalt nicht.

00:04:03: würde das dann für sich besser passen, wenn sie dort hingehen.

00:04:06: Da kann man was zu China machen oder Japan machen oder Korea machen.

00:04:10: Das habe ich dann in der Tat diese Überlegung nach Newcastley gebracht.

00:04:15: Hört trotzdem noch mal in die WG zurückgehen, weil wir haben uns da ein bisschen im Vorgespräch schon drüber unterhalten.

00:04:20: Mit einer Erfahrung, die ich glaube mit ihnen teile... Ich habe auch mal in England gelebt und auch in einem Sechser flat.

00:04:27: Und ich hatte zwei Mitbewohner.

00:04:30: Einmal Phil Newcastle-Apontein Jordy so much wie es geht und Michelle and She's a Manchester Girl!

00:04:38: Wenn sie zweimal miteinander gesprochen haben, also das wäre, glaub' ich eher meine Erinnerung.

00:04:44: Ich habe gedacht, ich bin auf dem anderen Planeten.

00:04:46: Ich weiß nicht was die mir mitteilen wollen und ganz im englischen Stil haben sie das mit großer Freude viel Spaß regelmäßig gemacht, damit wir am Abendessen zusammen saßen.

00:04:58: Haben Sie sowas auch erlebt?

00:04:59: Ja, das war natürlich ganz bizarr gewesen weil dieser Dialekt für jemanden der Englisch studiert hat ja im Grunde nicht zu entziffern war.

00:05:08: Aber es hat mich dann beruhigt, dass in meinen englischen Mitwohner gesagt haben wir verstehen die genauso wenig wie du also sei da ganz relaxed.

00:05:15: und man muss auch sagen das war eigentlich hatte ich mit den Jordies relativ wenig zu tun gehabt als ich war so die Gruppe aus den Wohnungen, das waren die kamen ja von überall auch her.

00:05:25: Dann Ausländer dann auch aus England von überall her.

00:05:29: also wir haben eigentlich mit die meiste Zeit dann so normales Englisch gesprochen.

00:05:33: und wenn wir dann so ein bisschen am Wochenende weggegangen waren da gab es ein großes Partyschiff das lag auf der Thein das war damals... Das

00:05:40: ging jetzt

00:05:40: England-Theil senors?

00:05:42: ...das war so der Riesenheib damals, da ist man an dem Wochenende immer hinspaziert Und da sind wir dann halt durch die Stadt und sind dann dahin.

00:05:50: Da hat man natürlich auch so Kontakt mit den Jaudis gehabt, das war ein bisschen witzig weil die mir am Anfang gesagt haben also die Jaudi's die mögen Studenten nicht sehr.

00:06:03: Die mögen A keine Studenten und B deutsche Studenten mögen sie noch weniger.

00:06:07: Also dann lass am besten nicht so raushängen dass man da studiert Und geht immer in der Gruppe.

00:06:13: sozusagen, habe ich das irgendwie gefährlich gewesen.

00:06:16: Aber das

00:06:17: haben ihn ihre Mitstudierende gesagt oder hat die Uni?

00:06:19: Nein, das

00:06:19: hatten sie mitstudiert.

00:06:23: Die schon ein bisschen Erfahrung hatten und das ist nie was passiert war immer völlig unproblematisch mal ganz nett gewesen aber man hatte mit denen so im Grunde keinen Kontakt.

00:06:33: die einzige Ausnahme weil Sie eben das Wort Stadion schon gebaut hatten.

00:06:37: Das war dann, als wir dann zum Fußball gegangen sind.

00:06:40: Sie haben sich reingetraut ins Stadion?

00:06:42: Ja ja das war damals noch der Saint James' Park.

00:06:44: Das war Anfang der neunziger Jahre da war er noch nicht umgebaut.

00:06:46: Es sah also noch völlig anders aus als der heute aussieht.

00:06:50: Da spielte auch Newcastle in der zweiten Liga eher gegen den Abstieg.

00:06:54: War aber immer voll.

00:06:55: und das Stadien ich war jetzt nicht so oft da vier oder fünf Mal und es war super interessant weil da eine Riesenstimmung war.

00:07:03: Es war unglaublich!

00:07:04: Und dann weiß ich noch, das war so gegen Ende des halben Jahres, wo ich dort war.

00:07:09: Da kam Kevin Kiegen zurück als Trainer.

00:07:11: Der war ja aus dem Bekannten Fußballer und hat in Hamburg seinerzeit gespielt.

00:07:15: Den kannte ich natürlich auch.

00:07:17: Und da war so ein Hype in der Stadt.

00:07:18: Dann haben die die ganze Stadt schwarz-weiß angemalt.

00:07:22: Das hat mich fasziniert.

00:07:23: Ich war vorher auch schon Fußball interessiert.

00:07:25: Und das zu sehen diese ganze Begeisterung ist wirklich so... Das sieht man heute noch wenn man Ähm, jetzt heute Übertragungen aus England oder aus Newcastle speziell sieht.

00:07:36: Diese Begeisterung und Fan-Kultur hat mich damals auch schon sehr für sich eingenommen, muss ich sagen.

00:07:43: Toll!

00:07:43: Und Sie haben sie so richtig auf das Leben dort eingelassen?

00:07:46: Ja natürlich!

00:07:47: Das war dann schon so, dass man in die Pups gegangen ist... ...und ich habe dieses Partyboot genannt.

00:07:53: Das war so ja, das kannte ich von zu Hause nicht.

00:07:56: Also wo gab es das denn, dass mal irgendwo Da hingegangen ist, wo so ein Partybooter stand.

00:08:00: Da waren verschiedene Tanz-Arenen, wo man da hingehen konnte und das war jedes Wochenende.

00:08:06: im Grunde genommen, wo wir dann dahin gegangen sind hat dann aus der Uni natürlich jede Menge Leute auch gekannt Und wir sind eigentlich immer in großen Gruppen, zwanzig, dreißig Leute gemeinsam dann dahinspaziert

00:08:18: Klingt nach viel Spaß und einer sehr guten Zeit.

00:08:21: Das war es auch in der Tat.

00:08:23: Ich sehste

00:08:23: auch mal länger

00:08:24: in England, hab da gewohnt.

00:08:26: aber haben sie auch so klassischen Sunday Roast, Pubquiz ab-und-anmal irgendwie was mitgemacht?

00:08:33: Nee das muss ich sagen jetzt eher so nicht.

00:08:38: Typisch war in Anführungszeichen für uns.

00:08:40: Das war dann so, dass man sich getroffen hat von den Flatleuten.

00:08:44: Andere kamen dann rein und wir haben Darts gespielt usw.

00:08:47: Also das war dann.

00:08:48: ich kann mich noch erinnern, dass es nachher ein Riesenerger gab als wir alle aus der Wohnung raus mussten weil wir die Datscheibe dahin gehangen haben hinten dran nur so ein ganz dünnes Pappe-Stück und dann immer geworfen haben.

00:09:00: Und irgendwann hat mal jemand am Ende der Zeit, also als Umzug-Anstand mal so das Dat, die da Teile weggenommen und die Pappe weggener war, hinten.

00:09:09: die ganze Wand war sozusagen durchlöchert.

00:09:15: Der Hausdingmanager fand das nicht so schön und hat gesagt es muss aber alles noch renoviert werden.

00:09:19: Dann ging's darum wer bezahlt das alles?

00:09:22: Also das waren die Geschichte danach.

00:09:25: Aber wir haben viel in diesen Fletschen gemacht.

00:09:28: Das muss man schon sagen, dass das so ein Unileben auch auf dem Campus war.

00:09:32: Was ich so vorher nicht kannte weil ich in Deutschland eben zu Hause gewohnt habe und wenn Veranstaltungen zu Ende waren dann tendenziell eher nach Hause gefahren bin.

00:09:40: Ja

00:09:40: sie sind gebürtig in Saarbrücken

00:09:43: entwölkling was eine Nachbarstadt von Saarbrucken ist genau.

00:09:46: Aber Sie kennen aus der Kindheit diese Situation, dass man schnell rüber nach Frankreich fährt, dass sich auf andere einlässt, dass wir auch in Europa Umreist sich bewegt?

00:09:57: Ja, das war schon so.

00:09:59: Also mein Partnerunkel war Franz Josef.

00:10:01: Wir hatten Verwandte in Frankreich gehabt.

00:10:04: Das ist ja so im Saarland dass diese Region ja mal zu Frankreich gehört hat dann wieder zu Deutschland.

00:10:09: Dann war da ein Status unter dem Völkerbund und dann war es nachher die Rückkehr, dass er mit einer Saarabstimmung in den Fünfzigerjahren noch einmal eine Saar-Abstimmung war.

00:10:19: Also das war dann so als Lodringen vor allem auch Lodringen jenseits der Grenze und das Saarlands eben so eine Region war, die mehrfach den in Anführungszeichen Besitzer gewechselt hat.

00:10:29: Die Zugehörigkeit gewechselte und von daher war das eigentlich völlig normal dass man dann so hin und her gegangen ist nochmal die Verwandten besucht hat was jetzt nicht unbedingt bedeutet hat, dass man die super französisch gesprochen

00:10:41: hat.

00:10:41: Also wäre es meine nächste Frage gewesen sind sie gut?

00:10:44: Nein eigentlich nicht!

00:10:45: Das war so.

00:10:46: man hat natürlich dann in der fünften Klasse schon mit Französisch angefangen.

00:10:49: Das hat sich erst nachher so ein bisschen entwickelt, wo dann auch die Vorstellung kam man muss vielleicht oder das wäre ganz hilfreich in der Grundschule schon mit französisch anzufangen.

00:10:58: Dass so ein bischen spielerisch dann auch zu machen.

00:11:01: es gibt dann auch Bilingo alle Zweige, die da nachher eingerichtet worden sind.

00:11:04: meine Tochter hatten zeitlang dann auch so im Abibag-Zweig ja dann war da drin.

00:11:10: also dass war so als ich zur Schule bin da war das noch gar nicht so üblich.

00:11:16: Manchmal hat man ein bisschen kritisch gesagt, man hat so ein bisschen nebeneinander hier gelebt statt zu echt über die Grenze miteinander.

00:11:22: Aber das war eben sehr stark durch diese persönlichen Verbindungen dann geprägt.

00:11:26: Also mein Vater war Zollbeamter.

00:11:28: Das heißt ich habe direkt in Sichtweite des Schlagbaums gelebt und also das war dann... Ich hab auf die französische Seite wenn ich aus den Fenster hinten raus geschaut habe, in meinem Kinderzimmer habe ich nach Frankreich geschaut.

00:11:39: Also das war eigentlich ganz normaler im Alltag

00:11:43: Spannend nach hinten aus dem Kinderzimmer-Fenz an Frankreich geguckt, vorne neben einem Zollhäusen.

00:11:48: Gibt es eine Geschichte dieses Wertes zu teilen?

00:11:52: Ein Erlebnis, das Sie vielleicht direkt mit Ihrem Vater an der Grenze hatten?

00:11:56: Also das war dieses Erlebnes in Anführungsrecht ein Erlebnisses sondern wenn ich da reingegangen bin als Kind und da hingen diese Fahndungsplakate seinerzeit von der Roten Armee Fraktion.

00:12:06: dann hat damals noch so gesagt die Bader Meinhofbande.

00:12:09: So stand das auch darauf Und da waren diese ganzen Gesichter ja von Ulrike Meinhof, den Raspel und wie die alle hießen.

00:12:18: Und wenn ich da reingekommen bin so... Da war ich ja so in acht, neun Jahre vielleicht.

00:12:22: Und da hatte ich richtig Angst manchmal weil es mir so betrohlich aussah.

00:12:25: Die war natürlich sehr negativ.

00:12:27: auch dargestellt ist ja klar so schwarz-weiß Fotos.

00:12:30: Das war ein bisschen bizarrer, wenn man das so gesehen hat.

00:12:34: Dann standen natürlich auch so die Zollbeamten teilweise wieder irgendwo ein Attentat war oder irgendwas vorgefallen war, da standen die dann schwer bewaffnet mit Maschinenpistole.

00:12:44: Und das hatte schon mal ganz besonderer Augenblick auch so einen Gefühl dass man da hat ja es war also jetzt nicht so toll da sind die Grenzen offen und so sondern da war teilweise Ja, Schlagbaum unten.

00:12:56: Da standen schwer bewaffnete so an der Grenze.

00:12:59: das ist also nicht so wie man sich das manchmal vorstellt dass das heute so.

00:13:03: ne da ist die grenze.

00:13:04: wenn man da heute Das Zollhäuschen is verpachtet dann jemand privaten So ein kleines Geschäft.

00:13:12: das ist mein Pferd darüber.

00:13:13: es ist also eine völlig andere Welt als kann man sich heute mehr als dreißig vierzig Jahre später gar nicht mehr so vorstellen.

00:13:19: Es ist interessant, wenn man das so hautnah erlebt hat.

00:13:22: Aber als es dann möglich war einfach so über die Grenze... Das bestimmt auch noch mal ein besonderer Moment spürbar gewesen in den Orten?

00:13:31: Ja, sicher.

00:13:31: Das war natürlich schon was ganz Besonderes weil dann jetzt halt einfach diese ja das waren auch die Personen war weg auch mein Vater.

00:13:40: Der hat sich das natürlich nie vorstellen können als der in den sechziger Jahren den Beruf ergriffen hat dass man irgendwann jemand sagen würde ja die Grenze ist jetzt offen da brauchen wir keine Beamte mehr die da irgendwie kontrollieren oder Waren abfertigen.

00:13:52: Und das war insgesamt, ich kann mich noch gut dran erinnern.

00:13:55: Das waren dreiehundneinzig, weil es mit Maastrichtern die Kontrollen weggefallen sind.

00:13:58: Das war schon eine große Umstellung klar!

00:14:01: Ja, und ist Ihre Familie dann auch noch mal weggezogen oder hat sich verändern müssen?

00:14:05: Oder hat das in die Lebensarbeitszeiten...

00:14:07: Nein.

00:14:08: Das war so gewesen.

00:14:09: Wir sind da schon geblieben.

00:14:10: Mein Vater ist immer wieder mal versetzt voran und war nachher in den Ruhestand gehen konnte.

00:14:17: Es war insgesamt diese gesamte Situation für das Saarland.

00:14:20: Da waren ja quasi jeden an der Grenze überall ... diese Kontrollen dann auch stattgefunden hatten und das war schon eine gewisse Veränderung.

00:14:29: War natürlich auch positiv danach, ich muss mal klar sagen dass man jetzt viel schneller dann auch alles erledigen konnte.

00:14:35: also das war ein Einschnitt.

00:14:37: Also ich genieße das jedes Mal irgendwie einfach so in Europa sich bewegen zu können.

00:14:42: Ich finde es ist ne absolute Freiheit und Errungenschaft die wir haben.

00:14:47: Sie sind jetzt nicht, aber obwohl sie so einen Schwerpunkt haben.

00:14:51: Sie ist ein Politikwissenschaftler also eine Gemeinsamkeit die wir auch haben.

00:14:55: Wir haben beide uns aus unterschiedlichen Hintergründen und Ideen für Europa interessiert.

00:15:02: Sie haben später auch im europäischen Kontext gearbeitet Aber sie sind noch weiter raus nämlich sie sind Richtung Taiwan.

00:15:10: Wie kann das denn?

00:15:12: Das war insgesamt mit diesem Interesse für China ein absoluter Zufall, das muss man sagen.

00:15:17: Da war überhaupt keine strategische langfristige Planung dahinter, dass wir es nicht vermessen, das im Nachhinein so zu konstruieren.

00:15:23: Das waren reiner Zufalls.

00:15:25: Ich bin aus einer Nicht-Akademiker-Familie.

00:15:27: Er war der erste, der aufs Gymnasium gegangen ist und dann auch zur Universität gegangen ist nach der Bundeswehrzeit.

00:15:34: Und dann hat mein Eltern gesagt ja also könnt ihr ein Auto finanzieren aber Auto und irgendwie ein Studium außerhalb Das ist leider nicht drin, da musste ich das selbst finanzieren und dann bin ich da bequemlich.

00:15:46: Halber muss ich auch sagen, bin ich nach Saarbrücken gegangen.

00:15:49: Ich hatte damals bei einigen anderen Standorten... informiert, was ich heute kein Student mehr vorstellen kann, dass ich da so Postkarten hingeschrieben hatte an die Institute und die haben mir so Informationsmaterial zurückgeschickt.

00:16:04: Dann bin ich halt nach Saarbrücken gekommen, ich hatte zunächst noch im ersten Semester eigentlich eine Taubfach-Geschichte gehabt aber das habe ich den zweiten Semester gewechselt weil ich dann mittelalterliche Geschichte machen musste und das hat mich völlig abgeschrägt.

00:16:16: also da saß ich im Grunde genommen in so einem Seminar und habe nichts anderes gemacht als Inventarlisten von einem Kloster auf Latein zu übersetzen.

00:16:26: Dann dachte ich, das ist jetzt wirklich das was mich gar nicht abholt.

00:16:32: und dann hatte ich aber ein Semester hier schon Politikwissenschaft auch studiert und dann hab' ich gesehen dass da jemand ist also mein späterer Doktorvater Jürgen Domes der jetzt China-Veranstaltungen angeboten hat.

00:16:44: Ich hatte in der Schule nie etwas durch China gehört, muss ich sagen.

00:16:47: Also es war für mich absolut unbekanntes Territorium und dann war ja – ich habe das an den neunundachtzig begonnen im Oktober – dann war auch diese Umbruchssituation in der DDR, dann auch die Mauer ist gefallen und das war eine total spannende Zeit weil ich dann mit Erstaunen zur Kenntnis genommen hab.

00:17:04: Es gibt da auch so eine Nation China, die ist geteilt in China, Festland und Taiwan.

00:17:11: Das hat mich dann dazu gebracht wegen dieser Umbrüche, die es in Deutschland gab.

00:17:15: Da mal ein bisschen in die Veranstaltungen reinzuhören und reinzugehen.

00:17:19: Dann gabs geschichteter Volksrepublik, dann gabs was zu Teil waren, dann gab's zur kommunistischen Partei.

00:17:26: Ich hab auch eine Veranstaltung besucht zu Frauen in China.

00:17:28: da war ich der einzige Mann Der am Ende gelandet ist, ob sich einfach mal interessiert man zu schauen was das so wäre.

00:17:36: Und dann kam dieses Interesse für China.

00:17:38: Dann habe ich meine Zwischenprüfung gemacht, das war ja damals im Magisterstudium so eine entsprechende Zwischenstation, die man gemacht hat.

00:17:47: und dann war es so dass... dann hab' ich auch

00:17:49: z.B.,

00:17:50: da war ich in Newcastle gewesen und dann habe ich mein Magisterarbeit zu China & Taiwan geschrieben.

00:17:56: Okay aber jetzt muss ich... Ich muss einfach fragen was für ein Auto haben Sie genommen?

00:18:01: Geht's nochmal ganz zuvor wenn sie sich fürs Zuhause ein Wohnen entschieden haben!

00:18:05: Womit sind Sie gefahren?

00:18:06: Das Auto, das ich schon während der Bundeswehrzeit bekommen hatte war ein Cadet E.

00:18:10: Super!

00:18:11: Welche Farbe?

00:18:11: weiß oder

00:18:13: dunkelblau?

00:18:14: Der ist auch nachher unter mir weggerustet sozusagen.

00:18:18: Aber das war doch eine Freiheit wahrscheinlich.

00:18:21: Natürlich war es klar.

00:18:22: Es war

00:18:22: zwar zu Hause in Saarbrücken kleiben aber damit waren sie unterwegs.

00:18:29: Okay

00:18:29: hat sich die Entscheidung gelohnt?

00:18:31: So ist es ja.

00:18:32: Und dann hat sie das Ganze auch noch später eben nach Taiwan geführt, aber und noch eine Frage, wer ich auch Gesichtes studiert habe?

00:18:40: Weil ich finde das auch immer so herausfordernd!

00:18:43: mussten sie Latein dann in der Uni nachmachen oder haben Sie wirklich französisch-englisch Latein?

00:18:49: Ich

00:18:49: hatte französe Englisch-Latein in der Schule.

00:18:51: Es war nur so, dass ich einen kurzen Lateintest machen musste.

00:18:55: Ich hatte ein kleines Latino, aber das hatten die irgendwie ... weißte mal ob es nicht anerkannt hat und auf jeden Fall hieß es, Sie müssen noch einen Französisch Test machen und so'n kleinen Latein tun.

00:19:05: Das war aber relativ simpel gewesen.

00:19:08: selbst nach dem einen Jahr wo ich bei der Bundeswehr einmal raus war, so ein bisschen aus dem Schulalltag habe ich das relativ gut dann auch bestanden und dann konnte ich noch mal alle Veranstaltungen besuchen.

00:19:19: Ja,

00:19:20: aber dritte Fremdsparlatein finde ich es ja schon.

00:19:22: auch nochmal eine Ansage!

00:19:24: Ja, ich hatte das.

00:19:26: Das war bei uns so getaktet, dass ich mit französisch angefangen hatte und siebten Klasse kamen dann Latein dazu und Englisch kam erst in der neun.

00:19:32: Ach ging es damals?

00:19:33: Das

00:19:34: ging damals ja!

00:19:34: Okay,

00:19:35: ich kenne das nur so, dass Englistan Pflicht ist sozusagen...

00:19:39: Das war auch nicht so, daß gerade neben.

00:19:40: aus verschiedenen Gründen kann das eben als dritte Fremdsprache

00:19:44: dann.

00:19:45: Okay gut, jetzt war mir noch ein Herzensangelegenheit diesen Opel zu erwähnen Ein typisches Studentenauto damals auch.

00:19:55: Also schon hätte auch ein Crosa sein können, also war es schon bisschen mehr...

00:19:58: Dafür war ich zu groß.

00:20:00: oder bin ich immer noch zu groß?

00:20:01: Ja das musste schon ein bisschen mehr Platz sein.

00:20:03: Das stimmt!

00:20:04: Sie sind sehr lange gewachsen und mir freut mich auch aufgefallen.

00:20:07: aber... Haben Sie ein Sport auch, ein Hobby was Sie damit verbinden wo sie das gut einsetzen können?

00:20:14: Nee ich habe Fußball gespielt.

00:20:15: Das hatte mit relativ bescheidenem Erfolg weil sie eben Taiwan angesprochen hatten.

00:20:20: Da sind wir aufgefallen wahrscheinlich

00:20:21: oder?

00:20:21: Genau da könnte gleich nochmal drauf eingehen.

00:20:23: also da war es so dass die mich in erster Linie für amerikanischen Basketballspieler gehalten haben.

00:20:28: ja

00:20:28: Aber auch nicht schlecht!

00:20:31: Alternativ, was auch mal gab war ein Ruderer.

00:20:33: Ist da so eine Regatta war wo ich dann hingegangen bin?

00:20:35: Da haben sie mich für einen amerikanischen oder englischen Ruderer gehalten.

00:20:38: aber ja das war die Sportart die man vermutet hat aber nicht die ich entsprechend gemacht hatte.

00:20:44: Aber Wolleball kamen wir

00:20:46: unter... Nein, nein.

00:20:49: Okay gehen wir zurück an die Uni.

00:20:51: es tut mir wirklich leid und ich lenke das habe mich wirklich interessiert.

00:20:56: Wir sind jetzt in ihrem Hauptstudium und Sie hören bei Professor Donge ist eben die, ich hab den Namen falsch ausgesprochen.

00:21:04: Thomas Donge es ist jemand anders gibt's aber auch

00:21:06: ein Professor.

00:21:07: Genau, den kenn'n sie auch studiert und in den Vorlesungen im Seminar mit ihnen ist ihre Interesse einfach immer weiter gewachsen.

00:21:18: Man muss auch sagen das war natürlich damals so dass es nur wenig Studierende gab die jetzt auch die Sprache dann noch mit dabei gemacht hatten.

00:21:26: Ich hatte auch nie so dieses Großjetzt, ich muss das jetzt unbedingt mit der Sprache machen.

00:21:31: Das kam eher so zufällig auch noch mal weil ich bei den Veranstaltungen die ich besucht habe dann festgestellt hab, die reden dann immer von den Namen selbst so Dinge wie Städtennamen ja Nanjing, Shanghai, Schandung keine Ahnung irgendwelche auch Namen maut und dumm dann ich auch pink.

00:21:46: wie soll ich das denn mitschreiben wenn nicht?

00:21:48: Ja das fliegt mir unheimlich schwer.

00:21:51: Und dann habe ich gedacht, na gut.

00:21:52: Dann kann ich vielleicht mal doch diese Sprache mir mal anschauen, weil das ja auch völlig exotisch war für mich und das hab' ich dann auch gemacht.

00:21:59: Und dann kam auch nochmal so ein bisschen in Taiwan Bezug schonmal mit rein, weil die Sprachlehrerin, die da war, die kam aus Taiwan.

00:22:06: Das heißt wir haben auch zunächst einmal mit einem Textbuch also einem Lehrbuch aus Taiwan gearbeitet was ein bisschen... Ja auch schwieriger war, weil die eben bis zum heutigen Tag ja im Langzeichen benutzen.

00:22:20: In China benutzten die vereinfachte sogenannte Kurzzeichen und das war schon vom Aufwand hier ein bisschen höher.

00:22:26: Und da waren damals als wir begonnen hatten, waren durchaus so fünfzehn, die da begonnen haben.

00:22:33: relativ schnell hat sich das Ganze dann auch zusammen geschrumpft, Muss vielleicht ein klein bisschen ausholen.

00:22:42: In dem Sprachkurs, wenn man am Anfang in diesem Sprach-Kurs ist für das Chinesisch lernen muss man erst eine Romanisierung dann lernen.

00:22:48: Das machen die.

00:22:48: in der Volksrepublik lernt man Pininen.

00:22:50: Das ist also wie man dann die chinesischen Schriftzeichen in unsere Lautschrift dran transkribieren kann.

00:22:57: und bei diesem Material, dass aus Taiwan kommt hat man zuerst noch so einen Symbol... Den nennen das nicht in Taiwan National Phonetics Symbols, also nationale Phonetik Symbole lernen müssen.

00:23:10: Und das waren auch schon Zeichen und das hat dann jede Menge schon abgeschreckt.

00:23:15: Das heißt nach wenigen Wochen waren da in dem Kurs von den ursprünglich fünfzehn vielleicht noch fünf sechs und dann ging es als Zeichen lernen auch die Aussprache zu lernen und am Ende waren wir glaube ich zwei oder drei.

00:23:27: Aber das finde ich spannend.

00:23:28: Sie legen Geschichte ab, weil sie einen Mittelalter hergeschichte Kloster-Inventarlisten machen müssen?

00:23:35: Aber machen das alles um... Da muss irgendwie mehr dabei gewesen sein!

00:23:39: Ja, das

00:23:40: war auch so was ich mir gedacht habe.

00:23:41: Das ist wenigstens lebendige Sprache und wenn ich schon da sitze und lerne eine Sprache... Ich konnte es ein klein bisschen schulerteilen halt aber das war mir viel zu langweilig.

00:23:51: Und dann hab' ich gedacht Dann mach', verbinde ich das jetzt mit einer Sprach wer weiß wofür's mal gut is Und weil das auch so was völlig anderes war als das, was man sonst so kannte ansprachen.

00:24:04: Das hat mich dann fasziniert und dann bin ich dabei geblieben.

00:24:07: Dann kam ja Ihre Frage mit dem Hauptstudium.

00:24:10: Dann hat man ja auch das Kennen Sie aus dem Studium die Möglichkeit irgendwo sich dann auch Schwerpunkte zu wählen?

00:24:16: Ich muss dazu sagen da waren noch nicht mein Doktorvater Jürgen Dormis allein.

00:24:20: Das war eine Arbeitsstelle für Politik- und Wirtschafts Chinas dieser kleinen politikwissenschaftlichen Einrichtung.

00:24:28: schon einen großen auch europäischen und internationalen Ruf hatte.

00:24:32: Also der war eben als Sandschneider, der war nachher dann Leiter der deutschen Gesellschaft für auswertige Politik des Forschungsinstituts dort und noch andere.

00:24:40: das heißt da waren wirklich sehr interessante Lehrveranstaltungen Von außerhalb aus Großbritannien war der Chefredakteur von China Quarterly, das ist so die bis heute führende China-wissenschaftliche Zeitschrift.

00:24:56: Der war da, da kamen Gastdozenten aus Frankreich, aus Taiwan und von überall her.

00:25:01: Und als Student war das an einem kleinen Standort total super, weil man wirklich die Leute, die man dann so aus den Zeitschaftenartikeln oder aus den Büchern kannte, die saßen plötzlich vorein.

00:25:12: Das war wirklich toll!

00:25:16: Hauptstudium dann diesen Schwerpunkt eben auch gewählt und habe dann auch meine Magisterarbeit zu China und Taiwan geschrieben.

00:25:25: Und die war dann so gut, dass sie veröffentlicht worden ist in einem relativ kleinen Verlag.

00:25:29: aber das war schon etwas wo ich ein bisschen eine Anerkennung gefunden hatte.

00:25:35: Und dann war die Frage ja mit dem chinesisch auch weiter lernen.

00:25:40: Ja, dann gab es für mich die Wirklichkeit nach Taiwan zu reisen.

00:25:45: Das waren eine ganz besondere Konstellation dahingehend das ist nur organisierte Reise war nämlich vom Jugendverband der seinerzeit herrschenden Partei der Guomindang.

00:25:56: Und die hatten schon seit vielen Jahren ein Programm, das hat sich gerichtet an Sinoamerikaner und Sinokanadier.

00:26:04: Also chinesischstämmige Amerikaner den man zeigen wollte wie das bessere China aussieht also in dem Fall Taiwan.

00:26:12: Und dann war es so dass zum ersten Mal in Taiwan gesagt worden war wir könnten eigentlich auch Europäer einladen.

00:26:18: Das sehe ich nicht aus wie ein Sino-Europäer ja?

00:26:21: Dass wir jetzt entsprechend dieses Programm öffnen für Europäern.

00:26:25: Und dann hat damals man mir gesagt, wäre das etwas könnten Sie sich das vorstellen da mal hinzufahren?

00:26:30: Das ist doch eine tolle Gelegenheit.

00:26:33: Das würde ich machen.

00:26:34: und Dann sind wir auch noch ein paar andere waren noch jemand aus der Uni Leipzig war noch dabei und dann sind wir nach Taiwan geflogen und das war eine absolut interessante Erfahrung weil das eben organisiert worden war von dem Jugendverband der damals im herrschenden Partei absolut tolles Jugendbegegnungszentrum hatten in Taiwan, da waren wir dann untergebracht und wir konnten Ausflüge unternehmen.

00:27:02: Und zwar mit politischen Repräsentanten die dann eben auch von dieser Partei waren.

00:27:09: Das heißt

00:27:10: ihr habt relativ viel von dem Land gesehen?

00:27:12: Ich habe

00:27:12: sehr viele von dem land gesehen.

00:27:13: was für mich als damals war ich so vierundzwanzig.

00:27:18: Wir sind zu diesen Terminen gefahren mit einem Bus mit einer Motorrad Escorte Das heißt, sie

00:27:24: waren auf einmal eigentlich wie so attaché

00:27:27: auswertiges Amt

00:27:28: zu hoch katapultiert total tolles Gefühl.

00:27:30: Genau wir waren so Promis.

00:27:33: Für uns wurde dann wenn da ein Stau war, dann haben die vorn diese Rene eingeschaltet und dann hat sich der Stau geteilt und wir konnten mit unserem Bus dann davor beifahren sind zum Außenministerium gefahren zu verschiedenen anderen Ministerien.

00:27:47: Es gab super Essen Und wir sind da richtig auch hoffiert worden, so als Studenten.

00:27:53: Die es aus allen Herren Ländern kam und die haben damals richtig ... das hat richtig auch Geld gekostet!

00:27:58: Die haben da richtig namhafte Leute hingebracht... und das hat mir dann wirklich auch so die Augen geöffnet.

00:28:04: was dann so eine Jugendverband der dann später auch die ganzen Gelder quasi auch weggenommen bekommen hatten weil dann gesagt worden ist ja das ist der staatliche Jugendverbannt Die müssen dann auch ihre Privilegien, die sie haben, abgeben.

00:28:20: Und die spielen heute keine Rolle mehr.

00:28:22: Das ist aber damals sehr wichtig, weil das auch so ein Rekrutierungskanal war für die damals herrschende Partei und damals einen Einblick zu bekommen.

00:28:31: Das war wirklich interessant und es kam noch hinzu, weil ich da hin bin um dann auch chinesisch zu lernen.

00:28:38: Nebenbei war das dann auch noch mit Sprachkursen Und da ist mir das zum ersten Mal aufgefallen, als ich dann mit dem Taxi gefahren bin, dass da ein Taxifahrer gesagt hat.

00:28:47: Wie?

00:28:47: Das ist aber komisch jetzt!

00:28:48: Sie kommen aus Deutschland um hier her... Kommen hierher, um dann chinesisch zu lernen.

00:28:53: Aber wir reden doch hier taiwanesisch oder tabanisch also eine entsprechende ganz andere Sprache.

00:28:59: Also ja wie so das denn?

00:29:01: Klar bin ich hier um chinesische zu lernen und es sagt dir der Nein, nein sie müssten eigentlich hier tabanischen lernen.

00:29:06: Also da ist zum ersten mal mir klar geworden, dass es da so eine Art Identitätsfrage auch gibt wo dann eben ja diese eigentlich diese ursprünglich aus China stammenden Personengruppen, die das hat fünfundvierzig mit der damals nationalistischen Partei nach Taiwan geflohen sind.

00:29:27: Eben halt diese Sinisierung dieses Chinesisch dann mitgebracht haben und es gab aber halt Millionen von anderen, die bereits da waren und die eben auch eine andere Sprache gesprochen haben Und das war sehr interessant, dass dann so vor Ort zu sehen wie dann diese Identitäten die sich jetzt hier in der Sprache festgemacht haben.

00:29:43: Dann auch so im Alltagsleben gezeigt haben wo dann...

00:29:47: Wie ist es für jemanden?

00:29:48: Wie mich jetzt oder für mich nicht weil ich das gar nicht sprechen kann und verstehe.

00:29:55: Hören Sie die Unterschiede?

00:29:57: Ist es wie ein Dialekt?

00:29:58: Nein, das ist

00:29:59: eine andere

00:29:59: Sprache.

00:30:00: Das sind wirklich ganz

00:30:01: andere Sprachen.

00:30:01: Die können kein Wort davon verstehen.

00:30:05: war dann halt so immer, ich weiß noch gut dass du die ersten Sprecher Kochlehrer dann immer gesagt haben, ne ne also wenn man da irgendwas falsch gebrochen hat was ja klar war.

00:30:15: Ich war ja Anfänger und dann haben die immer korrigiert und haben gesagt ne ne, also Achtung bitte ihr jetzt nicht so sprechen wie diese auf der Straße sondern ihr müsst hier wirklich das gute Chinesisch lernen, das Gute Chinesische sprechen und euch nicht zu irgendetwas aneignen was ihr da irgendwo auf der Strasse hört

00:30:33: Aber schon immer mit einer Wertigkeit auch.

00:30:35: Also das Gutes Chinesisches

00:30:38: Das ist immer etwas?

00:30:39: auch dargestellt, wir lernen hier das richtige Chinesisch.

00:30:43: Weil ich eben gesagt habe diese langen Zeichen und wir sprechen das bessere Chinesische da auf dem Festland bei den Kommunisten.

00:30:50: Das ist mal so ein bisschen je nachdem welcher Lehrermann dann hat es, dann ist ja die Kommunisten da auf im Festland.

00:30:56: Die machen das alles so einfach aber wir sind das richtige China Und so bin ich dazu nächstmal auch.

00:31:03: Dann hab' ich's erst so wahrgenommen.

00:31:05: Mir ist es dann nachher also Ich habe einen Beispiel genannt mit diesem Pazifahrer Auch dann später klar geworden, dass das eben auch von außen durch diese Partei aufgepropft worden war und dass es da so nebeneinander gab.

00:31:19: Und das war wirklich interessant, das zu sehen welche Identitäten da existieren und wie die dann so nebeneinander gelebt haben und doch teilweise dann auch so unverständlich nebeneinander gelebt hat

00:31:32: Also gar nicht integrativ?

00:31:34: Nee, das war ich kann mich einmal erinnern.

00:31:35: Das hat mir auch nachdränglich.

00:31:37: bis zum heutigen Tag habe ich das nie vergessen wo ich damals... Ich hab' damals in Gast normalen Studentenwohnheim auch gewohnt mit sehr wenig Komfort und da hatte ich entsprechende Freunde, Freunde natürlich noch Kommilitonen kennengelernt.

00:31:53: Und dann sind wir haben so einen Ausschlag gemacht zu einem ehemals von den Portugiesen gebaut vor.

00:31:59: Die Portugiesen waren ja auch mal in Taiwan Kolonial macht.

00:32:03: Und da sind wir da so ein bisschen rumspaziert, die haben mir das gezeigt wird.

00:32:05: Da war natürlich alles toll und da saß so'n älterer Mann und der hat dann gemalt.

00:32:11: Dann hatte er eine Staffelage gehabt und hat darum gezeichnet und dann sind wir dann zu dem hin und dann hatten meine Kommilitonen, hatten dann den Mann gefragt na ja wo kommen wir?

00:32:22: Woher denn herkommen wir?

00:32:23: Na und dann hat der gesagt aus Gizyang also von einer Provinz auf dem chinesischen Festland.

00:32:30: Und das hatten meine talwanischen Kommilitonen, die haben sich da drüber lustig gemacht.

00:32:35: Da haben sie so gesagt, guck mal hier der alte Mann, der malt jetzt hier und er denkt noch an seine Heimat auf dem Festland.

00:32:45: Das war für mich ganz seltsam weil ich gedacht habe ja dass wäre wie bei uns wenn man da so Kind gewesen wäre hätte jemand gefragt na wo kommen Sie her?

00:32:52: Der hätte gesagt keine Ahnung aus Königsberg oder so.

00:32:54: Ich dachte, ja das ist auch so etwas Identitätsfragen wo dann dieser ältere Herr in Grunde seine Herkunft eben auf dem Festland gesehen hat.

00:33:06: Und das war für diese Jungen, die waren gleichaltrig vielleicht ein bisschen jünger, war das völlig unverständlich und das war auch so nachhaltig etwas wo ich dann ins Nachdenken kamen.

00:33:18: positiv von dem Promi-Status erzählt.

00:33:20: Also ich stelle mir das wirklich gut vor, dass er Spaß gemacht hat und sie waren ja auch sozusagen... Sie sollten ja eigentlich als Multiplikator dann wirken nach ihrer Rückkehr wahrscheinlich also ein gutes schönes Bild präsentieren.

00:33:31: aber sie waren nicht nur als Student dort und haben jetzt eben diese nachtrückliche Erfahrung geschildert sondern später auch noch alleine individuell für ihre Forschung.

00:33:44: Sie sind ausgewesene Experte einfach auf diesem Gebiet.

00:33:47: Gab es denn auch mal so einen Moment, wo Sie sich für sich nach Ihrer inneren Haltung, Ihrer Herangehensweise wirklich richtig fehl gefühlt haben am Platz in Taiwan?

00:33:58: Das gab's durchaus mehrfach.

00:33:59: Also das ist teilweise noch als ich als Doktorand dann da war.

00:34:05: Auch da nochmal eine Geschichte – das hat mich auch wirklich geprägt!

00:34:10: Das war im Forschungsinstitut zu internationalen Beziehungen, wo ich dann da hingegangen bin.

00:34:16: Ich hatte auch so eine Gründe genommen von meinem Doktorvater, so ein Art Empfehlungsschreiben gehabt, der war in Taiwan bekannt weil er da viele gute Kontakte hatte und das hat mir auch Türen geöffnet.

00:34:28: Und da bin ich als Doktorand zu einer Konferenz gekommen.

00:34:31: Da waren die ganzen Big Shots, die ganzen namhaften Leute waren da.

00:34:36: Die haben mich natürlich so als Doktorennten, die kannten mich nicht, die haben mich nicht großartig wahrgenommen.

00:34:42: Und dann kam so ein Wissenschaftler auf mich zu, ein Düngerer.

00:34:46: Der hat gesagt, na ich glaube sie sind hier auch so relativ in Außenseiter wie ich und sagt nicht, wie ist das denn?

00:34:53: Dann sagte der ja, ich bin jetzt hier jemand... Ich bin frisch promoviert, aber die sind alle von dieser ehemaligen Herrschaftspartei und ich bin der einzige, der von der Oppositionspartei ist.

00:35:06: Deshalb habe ich mit denen relativ wenig zu tun!

00:35:10: Und dann habe ich mich mit dem Netz unterhalten, jetzt war das Problem.

00:35:13: Ich bin nachher wieder da weggegangen, dass es noch nicht zu etwas gab wie heute.

00:35:17: Man macht so mein Handy, man austauschen oder hier ist meine WhatsApp-Nummer.

00:35:23: und das habe ich nachher bedauert weil derjenige, der damals der Wissenschaftler war, der ist nachher Außenministerin teilweise angeworden und er hat eine gute Karriere gemacht.

00:35:35: Und das ist dann auch etwas, wo ich gedacht habe ja sieht man mal wie das dann so wie so Lebensläufe dann auch ablaufen können.

00:35:42: Und nochmal das war schade dass ich damals in Kontakt nicht halten konnte weil das wäre mit Sicherheit ganz interessant gewesen.

00:35:47: und dann

00:35:48: Aber jetzt schreiben Sie dem nochmals ein Video dazu!

00:35:51: Jetzt schicken sie ihm den Ausschnitt und sagen... Der hat

00:35:53: diese Geschichte wahrscheinlich schon längst vergessen Hat ihn weniger... Ja wir erinnern

00:35:56: die da dran jetzt mit unserem Gespräch Das wäre was.

00:35:59: Und dann kommen sie wieder, wenn das klappt, dann kommen Sie wieder!

00:36:04: Super ja aber man sieht so also auch dieses in wirklich in Grenzen auch denken nicht?

00:36:10: Wir haben vorhin mit Europa so in dieser Offenheit Denken gesprochen und jetzt schon nochmal diese dieses Kontrastmoment in Grenzendenken auch.

00:36:18: Ja und es war auch auch in den Jahren danach noch gar nicht so lange hier, weil wir dann Kontakt jetzt in Trierer mit Universitäten aus Taiwan haben.

00:36:26: Wir haben da auch eine Partnerschaftsuniversität.

00:36:28: Das ist auch immer wieder mir dann aufgefallen.

00:36:30: Und wie war jetzt solche, die Geschichte so nachwirkt?

00:36:34: Ja das macht man sich als Wissenschaftler auch nichts immer ganz klar wenn man da nicht den direkten Kontakt mit Betroffenen hat.

00:36:42: Da waren Gastwissenschaftler aus Taiwan und da ging es um die Frage unter anderem welche Rolle hat so Jankai Shack gespielt?

00:36:49: also der autokratische Herrscher war in Taiwan von Nostner Fünfundviertel oder spätestens neunundvierzig, dann bist du seinem Tod im Neustadt fünfundsiebzig.

00:36:59: Der halt für den wirtschaftlichen Aufschwung verantwortlich war der aber auch ein natürlich repressives Regime angeführt hat wo auch Menschen zu Tode kamen inhaftiert worden waren und das war dann so wirklich mit Händen auch zu greifen.

00:37:14: wie dann Wissenschaftlerinnen?

00:37:16: es waren vorwiegend Wissenschaftler die dann diese Phase wahrgenommen haben.

00:37:21: Also auch aus dem persönlichen Erleben, was jetzt ihre Familie so erlebt hat.

00:37:27: Woher kamen?

00:37:27: Die kamen vom Festland, waren die vorher schon in Taiwan gewesen?

00:37:31: und wie hat das denn Ihre eigene Wahrnehmung von dem politischen System und auch jetzt konkret von dieser einen Person geprägt?

00:37:38: Und dass sie sich teilweise da auch wirklich gestritten haben, was eigentlich unüblich ist dann so vortritten das dann zu tun.

00:37:45: Das ist auch etwas wo ich gedacht habe.

00:37:47: naja es ist interessant das so zu sehen wie jetzt so biografieren dann auch diesen wissenschaftlichen Standpunkt auch prägen verständlicherweise auch prägten.

00:37:57: Haben Sie sich denn jemals bedroht geführt als Europäer dort oder beobachtet?

00:38:03: Ich weiß es nicht.

00:38:05: Nein, das war damals schon als ich dann dort war bereits die Demokratisierung hatte bereits begonnen.

00:38:10: ja also das einzige war damals.

00:38:12: Es war von ein bisschen ungewohnt Weil ich mich damals bei der fremden Polizei halt regelmäßig dann melden musste und da muss man das war beim Grunde genommen auch nur eine reine Formalität.

00:38:22: Man musste dann dahin gehen hat noch mal einen Stempel bekommen Und dann haben die ihn dann auch wieder gehen lassen.

00:38:26: Das war also völlig anders.

00:38:29: heute kommt man da visa frei rein für einen bestimmten Aufenthalt.

00:38:34: Das war auch eine andere Zeit, was mir gerade jetzt nochmal einfällt.

00:38:40: Was auch so als Geschichte ganz interessant ist, weil man ja dann auch ein Eurozentrismus natürlich aus so einem deutschen Blickweise mitbringt.

00:38:48: Ich kann mich noch gut erinnern, als ich da angefangen habe, dass ich auf der Bank bin und musste meinen Konto auch eröffnen.

00:38:56: Und dann hatte ich Bargeld in D-Mark dabei gehabt Und dann kam ich da zu dem Bankschalter und legte dann meine mehreren hundert Demarkter auf den Tisch.

00:39:05: Ich wollte das umtauschen in die Taiwanische lokale Währung, und dann haben sie gesagt was sind das für eine Währungen?

00:39:13: Dann

00:39:13: habe ich gesagt ja, das ist deutsche Markt!

00:39:14: Das ist doch ne bekannte harte Währungswährung.

00:39:16: Ja.

00:39:16: Dann haben die gesagt nee, harte währung ist US-Dollar, japanischer Yen und Singapur Dollar.

00:39:22: Was Sie hier haben können Sie gerade noch mitnehmen.

00:39:24: Das ist Papier, das tauschen wir Ihnen nicht um.

00:39:26: Ich weiß noch, dass ich dann meinen Vater irgendwie angerufen habe.

00:39:30: Wir müssen jetzt irgendwas anderes uns ausdenken.

00:39:32: Das war gar

00:39:32: nicht so einfach damals mit der Auslandsüberweisung oder sowas?

00:39:36: Das

00:39:36: war ganz schön anspruchsvoll gewesen da mit dem Anrufen noch.

00:39:39: also das kann ja gar nichts sein.

00:39:42: Die kommen hier mit D-Mark an und die sagen es ist keine harte Währung.

00:39:45: Also das war auch etwas wo man ein bisschen eingeerdet worden ist.

00:39:50: Und heute Sie sind ja auch so ein Grenzgänger zwischen eigentlich auch Wirtschaft, Wissenschaft, Politik in vielen Bereichen.

00:39:58: Wir sind jetzt gar nicht mehr drauf so richtig zu sprechen gekommen.

00:40:00: aber sie hatten ja auch viel ich habe es vorhin angedeutet europäische Integration dort im Institut in Saarbrücken Aber jetzt an der Hochschule an der Sie sind.

00:40:11: Was meinen Sie ist das Besondere?

00:40:14: In Ihren Inhalten die Sie den Studierenden vermitteln?

00:40:17: wovon Können Sie profitieren, weil sie diese Expertise haben?

00:40:24: Ich muss gleich noch vorweggeschicken.

00:40:26: Sie sprechen das zu Recht an meine Haupttätigkeit ja einer universitären Lehre besteht.

00:40:30: ich bin jetzt kein klassischer Forscher der ein riesiges Öffere hat an Publikationen, weil ich eben nochmal meinen roten Buttergeschäft die universitäre Lehre ist Und ich biete eine ziemlich breite Portfolioanveranstaltung an.

00:40:45: Da sind auch durchaus große Vorlesungen dabei, also jetzt in einem Sommersemester habe ich eine Pflichtvorlesung, politische Ökonomie.

00:40:53: da sind jetzt hundertreißig angemeldet aber das kommen natürlich nicht immer alle Aber da sind schon so Dauerhaft-Achtig bis Hundert die dann in der Pipeline sind Und dann kommen eben andere Lehrveranstaltungen noch mit dazu.

00:41:06: Also da hat man schon einiges auch zu tun und es ist auch unterschiedliche Themen, die man dann abdeckt.

00:41:12: Sie haben's gesagt von Wirtschaft, Außenpolitik, teilweise auch Sicherheitspolitik.

00:41:18: Ich mache natürlich nicht nur China-Veranstaltung, das sind eher so sogar die Ausnahmen wenn ich was zu Teil waren oder zu China mache weil das eben sehr stark bei uns auch noch Ausbildung vom Lehramt ist, also für BAD und dann auch MAD.

00:41:33: Und ja zu Ihrer Frage was einem so ein bisschen dann auch weiter hilft?

00:41:39: Dann auch das Studieren da auch wenn die dann in den Lehramt gehen und vielleicht irgendwo an der Schule in Rheinland-Pfalz oder sonst wie NRW landen in Anführungszeichen dass man ihn nochmal so ein bißchen klar macht.

00:41:50: Also das ist jetzt hier.

00:41:52: Es ist ein globaler Kontext, in dem wir agieren.

00:41:54: Auch wenn wir dann jetzt ... In der Vorlesung Wirtschaftspolitik ja was wir dann häufig so nur eine Diskussion zu Deutschland haben oder auch zur Kenntnis zu nehmen, was drumherum noch so passiert und was mich auch, was ich Studierend häufiger sage nicht anklagend aber weil mich das damals auch wirklich sehr überrascht hat als ich nach Taiwan bin als Studentin und da gelegen gewohnt habe im Studentenwohnheim Wie hart die gearbeitet haben, ja das war damals an der National Taiwan University.

00:42:27: Also eine Universität die so zu den besten in Taiwan gezählt hat.

00:42:30: man kommt da auch nur rein wenn man so ein Aufnahmetest abgelegt hat.

00:42:34: also dann muss man schon zu den Besten gehören von der Hochschulreife und auch vom Aufnahmetest.

00:42:40: Und dann habe ich die gesehen Und dachte meine Güte, ich habe immer so gedacht.

00:42:44: Ich wäre ein fleißiger Student.

00:42:46: aber was die hier an Arbeitseifer und an wirklich Einsatz insgesamt geliefert haben das hat mich sehr beeindruckt.

00:42:54: Das muss ich schon sagen also war abends Die saßen abends wirklich lange lange noch da in ihren Bibliotheken auch in den Zimmern und haben da gearbeitet.

00:43:05: und dass versuche ich dann auch so ein bisschen den Studierenden zu sagen Jetzt nicht wenn ihr lehr macht aber ansonsten wir sind in so einem globalen Wettbewerb ja und da.

00:43:15: Noch mal ohne anklagend zu wirken, aber da gibt es wirklich ist eine Wucht das sind Studierende von aus anderen Ländern die wirklich richtig ranklotzen und An denen müssen wir es irgendwo auch messen, wenn wir uns als Deutschland dann auch messern wollen.

00:43:30: Und ich habe das auch bei anderer Gelegenheit mit koreanischen Studenten erlebt von so einer würde bei uns eher sagen elite Universität die ich mal da kurz betreut hatte auf der tokio-universität und dass ist etwas wofür ich sehr dankbar bin weil man dann auch sieht welches Potenzial an diesen universitäten ist und auch teilweise, auch wie die auf Deutschland dann ausschauen.

00:43:54: Das hat mich sehr interessiert, habe ich auch sehr fasziniert.

00:43:58: Und das ist so ein bisschen etwas wo man dann auch das in die Lehre einbringen kann ja.

00:44:03: Zum Abschluss würde ich da noch gern zwei Punkte ansprechen weil wir kommen jetzt langsam zum Abschluss schon unseres schönen Gesprächs.

00:44:11: Zum einen des Thema Wie schauen wir oder die Studierenden heute?

00:44:19: In die Welt?

00:44:21: Sie haben jetzt zwar Lehramt gesagt oder als Beispiel fast schon so ein bisschen gut, die müssen es vielleicht nicht.

00:44:27: Aber das sind doch auch die ersten Schnittstellen wo junge Menschen ja eigentlich vermittelt bekommen wie sieht die Welt aus?

00:44:36: Wo passiert was?

00:44:38: Was sind Themen, die dich in Zukunft beschäftigen werden weil sich da auch etwas ändert in der Welt Und wenn Sie da vielleicht nochmal Ihre Einschätzung geben könnten zu dem Punkt, kann da nicht eigentlich das was sie vermitteln?

00:44:55: Vielleicht noch mehr nach draußen getragen werden.

00:45:00: Ja also ich versuche auch den Studierenden dann immer so ein bisschen klarzumachen auf mich dann so ein Bisschen von der eigenen... Ja, Karriere in Anführungszeichen oder Nieder dann auch Berichte wo da natürlich auch irgendwo Prüche waren.

00:45:13: Wo es also nicht ganz gerade aus immer ging, wo man auch mal eine kleine Abbiegung genommen hat den dann auch klarzumachen oder zu vermitteln klarzu machen so ein bisschen so ja auch dafür zu werben einfach offen zu sein.

00:45:27: und manchmal ist bei Studieren die Fragen der neueste Trend was bringt mir das denn?

00:45:34: Also wenn ich jetzt das mache, was bringt mir das?

00:45:36: Und da ich dann sage ja.

00:45:37: Das ist so oft auch eine Wette auf die Zukunft, die mal eingeht ohne zu wissen, was nachher auch wirklich dabei rumkommt.

00:45:43: Dass man sich einfach mal drauf einlässt und es ist auch mittlerweile so.

00:45:47: Wenn man natürlich älter wird und auf die Zeit zurückblickt, was man dann auch eher zu schätzen lernt.

00:45:54: Also damals zu meiner Zeit waren die Angebote, die es heute so gibt, die waren einfach nicht da.

00:46:00: also Wenn ich heute bei uns in der Universität in Trier gucke, welche Auslandsstudiumsmöglichkeiten da existieren mit Partner-Universitäten.

00:46:08: Also klar das kostet immer Geld!

00:46:10: Das ist logisch.

00:46:12: aber das sind Möglichkeiten von denen wir damals auch geträumt hätten.

00:46:16: die gab es schlichtweg nicht.

00:46:18: und dass dann wenn ich höre ja da gibt's erst ein Austauschprogramm mit Taiwan und da gibt es keine Ahnung fünf Plätze und es gab zwei Bewerber Dann ist das irgendwo schade weil da eben auch Chancen nicht genutzt werden.

00:46:31: Und da ist man so ein bisschen der Antrieb, ohne missionarhaft zu wirken und zu sagen kommt hier ihr habt eigentlich alle Möglichkeiten seht die Sache offen geht die Sache offene an versucht zunächst mal vielleicht ein relativ breites Fundament euch auch zu dann zu verschaffen aber sucht auch ganz spezifisch irgendwo die Nischen Wo ihr euch dann auch platzieren könnt und wo ihr dann auch eine Chance habt später im Leben.

00:46:55: Und dann auch ins Ausland zu gehen, um zu sagen ja da kann man auch mal so ein bisschen Staub an den Flüssen oder an den Schuhen haben.

00:47:02: Das lohnt sich dann auch.

00:47:04: Es ist völlig in Ordnung.

00:47:05: das sage ich denen auch dann weil es bei mir auch so der Fall war dass ich am Anfang nicht genau wusste wo die Reise hingeht.

00:47:11: also... Pusche zwei immer so, bis am Anfang die Studium zu sagen.

00:47:14: Na was wollen Sie mit dem Studio machen?

00:47:16: Aber gab es halt auch Verständnis wenn da ich sehe man sagt ja ich weiß das noch nicht so genau aber irgendwann muss man halt auch so ein bisschen Neudeutsch-Commitment dann auch zeigen und dann auch schauen wo sind die Möglichkeiten?

00:47:29: Da gibt es eben sehr viele Möglichkeiten Und da soll mal ganz offen rangehen.

00:47:34: Das wäre so mein Petitum.

00:47:37: Trotzdem, ich weiß.

00:47:38: Sie haben mit Martin lang und ich empfehle allen später das Video zu schauen weil es ganz tolle Insights gibt aber auch hier im Podcast.

00:47:48: Ich will als letzte Frage gerne von Ihnen als Experten hat jetzt nichts mit Ihrem Leben direkt zu tun Aber mit Ihrer Lebenserfahrung will ein Hinblick auf Taiwan.

00:47:57: Wenn sie Richtung China gucken Wo haben sie Sorge?

00:48:01: Wo kitzelt sie?

00:48:03: Wo sehen Sie was, wo spüren sie was?

00:48:05: Wo Sie sagen, da müssen wir jetzt mal gucken.

00:48:09: Was passiert

00:48:11: also?

00:48:11: das ist insgesamt dieser Status der von außen als Deutschland drauf schaut so sieht dass beide Seiten so einbetoniert sind in so einer Situation die im kundigen seit den fünftiger Jahren existiert.

00:48:27: Natürlich ist mir Taiwan als demokratischer Staat näherliegend.

00:48:31: Das ist klar, weil ich da auch studiert habe und mir diese Zeit verbracht hab.

00:48:36: Aber auch da so die Abgrenzung von dem Festland ja und auch ein bisschen das gegenseitige Verstehen immer so schwieriger wird.

00:48:46: Und man sich dann draufschaut.

00:48:49: wie kann das im Grunde genommen weitergehen?

00:48:55: Seit den fünftiger Jahren hat ich ja angesprochen, dieser Konflikt existiert.

00:48:59: Die Volksrepublik, die unter Chitienping immer mehr pusht und eine wiedervereinigende Anführungszeichen eben anstrebt.

00:49:07: Und wir andererseits auf Taiwan diese Ja das ist mehr und mehr Autonomie dann auch haben und dieses eigene Lebensgefühl dann auch habe.

00:49:16: Auch dann war doch noch mal so ein bisschen zu meiner eigenen Biografie zurück.

00:49:20: Das hat oft diese Identitätsfrage, die natürlich Nebenmachtfragen, wirtschaftlicher Macht, militärischen Dingen da natürlich eine große Rolle spielen.

00:49:30: Ist es am Ende doch oft auch eine Identitäzfrage.

00:49:33: und das hat mich dann auch so immer wieder ein bisschen zum Nachdenken gebracht weil ich ja gesagt hatte Ich bin da aufgewachsen an der französischen Grenze.

00:49:41: Für mich war so Metz Strasburg Immer näher als Chemnitz Frankfurt oder

00:49:48: Hamburg wahrscheinlich sogar.

00:49:51: Da war ich dann auch noch mal gewesen, ja aber so alt das was für mich als Jugendlicher hinter dem äußeren Vorhang lag.

00:49:56: Das war für mich ganz weit weg und das ist oft und das habe ich in Teilmann so auch erlebt dass für viele der gerade die jüngere Generationen war so das chinesische Festland das war so ganz ganz ganz weit Weg.

00:50:08: und auf der anderen Seite auf den Festland Wenn ich da Studierende bei mir in Veranstaltungen habe, die dann auf Teilwand geschaut haben und gesagt haben ne klar das fällt an uns.

00:50:16: Das ist klar es gehört zu uns.

00:50:18: Es wird irgendwann wie eine reife Frucht an uns fallen und so diese Diskrepanz zwischen beiden Seiten Da sehe Ich kaum Möglichkeiten Wie man das überbrückt Überbrücken kann.

00:50:31: Und von daher ist so ein bisschen dieser Status quo Man hat sich so ein Bisschen darin Eingerichtet Ist vielleicht auch das maximale was man So eigentlich erreichen Kann.

00:50:41: Vielen Dank für Ihre Einschätzung.

00:50:42: nochmal zum Schluss.

00:50:43: Danke für Ihre Offenheit, dass Sie uns mitgenommen haben in Ihren Lebensweg!

00:50:48: Ich nehme für mich mit offen bleiben, Identitäten anschauen hinterfragen schauen was man machen kann in die Welt rausgehen und schauen, irgendwo ergibt sich auch manchmal was.

00:51:00: Auch wenn noch nicht der Weg eins zu eins vorgesetzt ist, was später eine Riesenschance ist, wenn man sich darauf einlassen kann.

00:51:07: Herzlichen Dank, Dirk Schmidt, dass wir miteinander sprechen können!

00:51:09: Danke, das haben Sie schön zusammengefasst.

00:51:12: Und Ihnen allen hoffe ich, hat es jetzt Spaß gemacht mir hier mal im Studio zuzugucken und mal dem Podcast aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen.

00:51:21: Ich freue mich über Ihre Kommentare ob Sie's mögen.

00:51:25: Lassen sie gerne ein Like da und schalten Sie wieder einen zum nächsten Podcast aus dem Roman Herzog Institute!

00:51:32: Nur wer die richtigen Fragen stellt findet am Ende auch die Antworten, Dr.

00:51:42: Martin Lang geht diesen Fragen in den RHI Kontexten auf den Grund.

00:51:47: Schauen Sie rein, auf unserer Webseite unter romanherzoginstitut.de oder auf unserem YouTube-Kanal.

00:51:55: Tina

00:51:55: Meier Schneider trifft alle zwei Wochen die Menschen dahinter im Podcast des RomanHerzogInstituts zu hören überall wo es Podcasts gibt.

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