#81 Gerlinde Groitl: „Ich muss nicht stromlinienförmig irgendwo mitschwimmen.“

Shownotes

Die Welt verändert sich aber schauen wir eigentlich genau genug hin, bevor wir uns eine Meinung über sie bilden?

Prof. Gerlinde Groitl ist Politikwissenschaftlerin an der Universität Regensburg und beschäftigt sich mit internationaler Politik, Sicherheit und Strategie. Gleichzeitig hat sie den Schritt aus der Universität heraus gewagt und ein eigenes Institut gegründet. Im Gespräch mit Tina Maier-Schneider erzählt sie von ihrem Weg in die Wissenschaft, ihrer Faszination für die USA und davon, warum sie vermeintlich eindeutigen Antworten gerne ein Gegenargument entgegensetzt.

Dass sie einmal Politikwissenschaftlerin werden würde, war keineswegs vorgezeichnet. Groitl stammt aus einem nicht-akademischen Elternhaus in der Oberpfalz und begann ihr Studium ohne großen Masterplan. Erst während ihrer Zeit in Washington kristallisierte sich heraus, wohin ihr Weg führen sollte: zur internationalen Politik und zu den großen Fragen von Sicherheit, Verteidigung und Weltordnung.

Im Podcast spricht sie über prägende Forschungsaufenthalte, die Unterschiede zwischen der deutschen und amerikanischen Wissenschaftskultur und darüber, warum Wissenschaft und politische Praxis stärker miteinander ins Gespräch kommen sollten. Auch jungen Menschen möchte sie dabei vor allem eines mitgeben: Es gibt nicht den einen richtigen Lebens- oder Karriereweg und auch eine Promotion ist nicht automatisch der nächste logische Schritt.

Ein Gespräch über wissenschaftliche Neugier und intellektuellen Widerspruch, über Amerika, Sicherheit und Weltordnung und über den Mut, nicht alles zu kaufen, nur weil es oft genug gesagt wird.

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+++ About +++

🎧 Der Interviewpodcast aus dem Roman Herzog Institut mit wechselnden Gästen. Im persönlichen Gespräch unterhalten sich Köpfe der Wissenschaft mit Host Tina Maier-Schneider über ihr Leben und ihre Arbeit. Hier lernen Sie Wissenschaftler:innen kennen, die etwas bewegen. Auf unserem YouTube-Kanal finden Sie das Schwesterformat RHI-Kontexte, in dem Dr. Martin Lang mit führenden Wissenschaftler:innen aus verschiedensten Disziplinen intensiv ihre Forschungen und Gedanken diskutiert. 🔥 Abonnieren Sie den YouTube-Kanal des Roman Herzog Instituts direkt hier: https://bit.ly/AboRomanHerzogInstitut

+++ Über das Roman Herzog Institut +++

➡️ Das Roman Herzog Institut ist ein zukunftsorientierter Think Tank, der sich aus interdisziplinärer Perspektive mit den Kernthemen Werte, Führung und Zukunftsaussichten auseinandersetzt. Unser Institut überwindet die Barrieren zwischen verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen und erarbeitet fächerübergreifende Langfristperspektiven für Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Durch die Vernetzung von Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen entstehen fruchtbare Diskussionen und innovative Lösungen für die aktuellen Herausforderungen Deutschlands. Ein Schwerpunkt unserer Formate liegt auf der Zukunft der Arbeit, wobei wir die Auswirkungen von Vernetzung, Industrie 4.0 und Künstlicher Intelligenz auf unser Arbeitsverständnis und deren gesellschaftspolitische Konsequenzen beleuchten. Unser Ziel ist es, Impulse für die zukünftige Entwicklung Deutschlands zu setzen und den Dialog mit Entscheidungsträger:innen, Unternehmen und Verbänden zu fördern. Wir sind mehr als nur ein Ort für Studien und Positionen; wir sind ein lebendiger Raum für Dialog und Diskussion, sei es durch wissenschaftliche Symposien oder kontroverse Streitgespräche.

📬 Wir freuen uns über Feedback zu unseren Formaten, Anregungen und konstruktive Kritik: info@romanherzoginstiut.de 📚 Besuchen Sie die Webseite des Roman Herzog Instituts für weitere Einblicke und Informationen: https://www.romanherzoginstitut.de 🖥 Abonnieren Sie unseren Newsletter und erleben Sie die nächste Veranstaltung live oder erhalten Sie unsere kommenden Publikationen: https://www.romanherzoginstitut.de/newsletter.html

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Transkript anzeigen

00:00:00: Der

00:00:00: Podcast

00:00:01: des Roman-Herzog-Instituts.

00:00:04: Durch Deutschland

00:00:05: muss ein Ruck gehen.

00:00:06: Tina Meyer Schneider spricht mit Menschen, für die diese Aufforderung eine Aufgabe ist.

00:00:13: Das begegnet mir eigentlich sehr viel öfter.

00:00:16: das Leute für sich, dass so festgelegt haben also sie wollen studieren und dann promovieren aber eigentlich ist vielleicht gar nicht klar warum und vielleicht könnte man in einem anderen Setting die eigenen Fähigkeiten und das eigene Talent und was man tatsächlich gerne macht noch sehr viel besser ausleben.

00:00:30: Also ich finde es eigentlich wichtig zu sagen, nicht nur was geht sondern auch dass es immer Alternativen gibt und das es nicht einen Weg zum Glück gibt.

00:00:38: Und das ist dann auch so eine Abfolge von Themen also im Jahr zwei tausend fünfzehn.

00:00:41: da ging's nur um das Thema Flüchtlinge Dann irgendwann kam Klima, dann kam Corona und man muss doch irgendwie alles gleichzeitig bearbeiten können und als Gesellschaft auch streitbar drüber sich austauschen können Um am Ende zum möglichst guten Ergebnis zu kommen.

00:01:00: Man denkt die Zukunft so wie die Gegenwart ist Man denkt sie nicht in Szenarien, was alles sein könnte.

00:01:05: Da können ganz gute Dinge passieren aber es können auch fürchterlich schlimme Dinge passieren sondern man ist in so einer Behebigkeit drin und denkt einfach den Status quo weiter Und das wird dann zum Problem wenn man in der Situation ist wo sich die Welt um uns herum halt ganz fundamental verändert.

00:01:23: Hallo und herzlich willkommen zum Podcast aus dem Roman Herzog Institut.

00:01:27: heute ist bei mir zu Gast die Politikwissenschaftlerin Gerlinde Kräuter.

00:01:32: An der Universität Regensburg erklärt sie uns die Weltordnung.

00:01:35: Sie leitet in München das ISS, ein Institut für Sicherheit und Strategie.

00:01:40: Sie war zu ihren Forschungsaufenthalten in Washington London und Florenz und noch an vielen Orten mehr gereist es sie zuletzt nach Israel.

00:01:48: aber bevor wir mit ihr über die Welt sprechen gehen wir zurück in ihre Geschichte und die beginnt in Karm und Ihr Name ist Gerlinde.

00:01:56: Und was ich dazu rausgefunden habe ist, wenn man die Wörterbücher befragt.

00:02:00: Das heißt Die Sanfte mit dem Speer und in die Nähe von Kahn liegt Waffenbrunn.

00:02:07: das passt ja ganz gut der Speer- und die Waffe.

00:02:10: Sicherheits- und Außenpolitik.

00:02:12: aber jetzt befassen wir uns nicht mit der NATO sondern Jetzt zu Ihnen.

00:02:16: Hallo Frau Professorin Kräutel Grüß Gott bei uns hier im Podcaststudio!

00:02:20: Vielen Dank für die Einladung.

00:02:21: Ja, dann bin ich jetzt wirklich so unverplümt und nehme das mit ihrem Namen auf.

00:02:26: Die Sanfte mit dem Speer!

00:02:28: Wenn Sie zu Hause sind in Ihren Geburtsort kamen und sie schauen in die Welt empfehlen Sie uns eher den Samftmut oder den Speer zu zücken?

00:02:39: Das schließt sich ja nicht aus würde ich sagen.

00:02:41: also man braucht eine Wehrhaftigkeit, den Spear aber das braucht nur vor allem um daheim in Frieden leben zu können dann eben mit Sonftmods, insofern passt es doch ganz gut zusammen.

00:02:51: Ja ich finde auch auf allen Dingen passt das irgendwie auch zu ihrem Thema obwohl ich da jetzt gar nicht so weit drauf eingehen möchte.

00:02:58: Ich selber habe in Regensburg studiert und mir ist es wahnsinnig schwer gefallen wenn ich nach Oberpfalz auf dem Land war und mir jemand etwas gesagt hat wirklich zu verstehen diesen Oberpfälzer Dialekt also eine stolper höhere Pi-Excellence.

00:03:11: Mir passiert Ihnen das manchmal im internationalen Kontext dass sie wirklich mal Ein Satz auf Oberpfälze, die jemandem entgegenrufen würden und was wäre das denn dann?

00:03:25: Ich komme ja aus der Gegend.

00:03:26: Insofern habe ich keine Sprachbarriere daheim, sondern vielleicht eher die Sprachparriere außerhalb weil wo ich herkomme, das hört man auch wenn ich versuche Hochdeutsch zu sprechen insofern ist Englisch dann die Linke war Franka.

00:03:37: da geht es noch leichter.

00:03:40: Ich kann jetzt eigentlich gar keinen Satz aus dem Nächsten plaudern, aber so manchmal als Sapper Loth oder Herrschaftszeiten würde ich schon gerne sagen wenn die Dinge immer wieder völlig verrückt sind.

00:03:49: Völlig

00:03:49: verrückt.

00:03:50: und wann kommt Ihnen das vor?

00:03:52: An welchen Stellen, wenn Sie in der Strategieberatung unterwegs sind oder an der Universität wo greift sie es eher an und sie sagen da müsste sich jetzt Sapper loth doch mal ganz anders ran gehen.

00:04:05: Oder ich wünschte uns allen, dass wir anders an das Thema gehen.

00:04:09: Ich muss in den Gestehen.

00:04:10: Ich werde oft gefragt wie man es aushält wenn in der Welt zu viel los ist und ob man da nicht jeden Tag geprimiert heimgeht am Abend.

00:04:17: Und das ficht mich überhaupt nicht an.

00:04:19: also ich schaue mir die welt an so wie sie ist aber das belastet mich innerlich überhaupt nicht.

00:04:22: Insofern mit dem fluchen kann ich da ganz gut zurückhalten.

00:04:26: Und haben Sie eine Strategie dafür, dass sie das nicht beschäftigt?

00:04:30: Also ist es einfach ausblenden können und sagen, das ist mein Forschungsgegenstand.

00:04:35: Das kann ich losgelöst von allem sehen!

00:04:38: Ja, vielleicht kann man es sogar ganz gut beschreiben.

00:04:40: Wobei... Man nimmt natürlich die Themen immer mit heim.

00:04:43: also ich würde mal sagen so klassisch Arbeitsbeginn und Feierabend das kenne ich nicht weil man liest immer irgendwas, man guckt am Abend noch irgendein Video, man beschäftigt sich irgendwie auch Tag einen Tag aus mit diesen Themen selbst im Urlaub.

00:04:56: da ist es nicht so als ob man mal eine Woche oder zwei dann wirklich alles daheim lässt.

00:05:00: aber es einfach das Thema was mich interessiert was mich umtreibt und das ermüdet mich dann auch nicht.

00:05:06: Es ermüdet einen nicht, er müdet sie nicht.

00:05:09: Das ist ja oft so das Menschen die ich hier im Gespräch habe sagen, dass es mein Thema, das ist meine Neugier, deswegen spüre ich da auch keine Müdigkeit.

00:05:18: Wann ist bei ihnen denn so, dass die Neugiere für dieses Thema geweckt worden?

00:05:23: War das schon für Sie immer klar?

00:05:26: So eine Art Politikwissenschaft und dann auch in irgendwie Staaten sich anzugucken, wie die miteinander interagieren.

00:05:35: Das ist was mich interessiert.

00:05:37: Gab es da so einen Punkt wo sie ein Ereignis, wo Sie gesagt haben?

00:05:41: Da setze ich an für mich...

00:05:43: Ich bin mal ganz ehrlich, als ich mit der Schule fertig war, Abitur gemacht habe, ich hatte keine Ahnung, was ich machen möchte.

00:05:49: Das hat sich alles eher zufällig ergeben und das war dann ein Glücksfall, dass genau das Richtige war.

00:05:54: für Amerikanistik und Politikwissenschaft eingeschrieben.

00:05:57: Und Germanistik habe ich auch noch studiert, weil man dachte, es schadet ja nicht

00:06:00: auf Magister damals an der Uni Regensburg

00:06:02: in grauer Vorzeit auf Magista genau.

00:06:05: Es hat sich dann einfach so rauskristallisiert dass insbesondere die amerikanische Weltpolitik das Feld der Sicherheit, der Verteidigung eben des Demenfeldes ist wo mein Herz liegt.

00:06:17: Ich habe in den USA studiert und das würde jetzt im Rückblick sagen, es war dann so der Wendepunkt wo klar war, in diese Richtung geht's.

00:06:22: Und da auch wirklich in die politikwissenschaftliche Richtung um mich mit Sicherheit, Verteidigung, Militärinterventionen solche Dinge zu beschäftigen.

00:06:31: In den USA Studiert?

00:06:33: Das heißt von Regensburg dann so ein Auslandsjahr gemacht?

00:06:38: oder wie ist da ihre Reise gegangen?

00:06:40: Genau!

00:06:40: In Washington DC an American University und ich hab da studiert ein Praktikum gemacht.

00:06:48: Und das war eine wunderbare Kombination, weil man dann eben auf der einen Seite die Universität und den Uni-Alltag in USA kennenlernt aber auf der anderen Seite auch all dessen nutzt was Washington zu bieten hat.

00:06:58: Weil es eben die Hauptstadt ist nicht nur der USA sondern auch der Thinktanks der Strategieforschung.

00:07:04: Das waren wirklich schöner Ort an denen sich auch immer wieder zurückzieht.

00:07:08: War das dann schon ein Wechsel auch in der Fachrichtung, dass Sie dann gesagt haben ich will mehr auf die Politikwissenschaft gehen oder war es noch aus der Anglistik heraus?

00:07:17: Ein Praktikum, das sie dort motiviert hat erst mal dorthin den Anker zu finden.

00:07:23: Also ich habe ja Amerikanistik studiert

00:07:24: also Entschuldigung, mich seit

00:07:27: jeher mit amerikanischer Politik Kultur Geschichte beschäftigt aber Das kann man so sagen zu dem Zeitpunkt wirklich gemerkt, dass die politikwissenschaftliche Dimension das ist was mich interessiert.

00:07:39: Also nicht so sehr die Kulturwissenschaft, obwohl es natürlich auch immer mit rein spielt und insofern habe ich dann auch in Politikwissenschaft promoviert und damit quasi diesen Richtungswechsel wenn man so will vollzogen obwohl es nicht wirklich ein Richtungswechsel war weil die USA natürlich das Schwerpunkts Thema geblieben sind.

00:07:54: bis zum heutigen Tag

00:07:56: haben sie sich alleine motiviert gesagt mensch Ich möchte es machen, ich bin so stark und finde da meinen Anker.

00:08:03: Und weiß das ist mein Interesse, da treibt's mich hin.

00:08:06: oder haben Sie auch Fürsprecher?

00:08:08: So ein universitären Umfeld gehabt oder zu Hause die sie ermutigt haben schon da auch ihren Weg zu gehen?

00:08:15: Ich komme aus einem nicht akademischen Umfeld.

00:08:17: insofern war das jetzt nicht von Zuhause aus irgendwie angelegt.

00:08:21: oder allein die Vorstellung dass man irgendwann mal im akademischem Bereich arbeiten könnte Das war nix was ich mir real vorstellen habe können weil ich im persönlichen Umfeld auch niemanden kannte, der in der Wissenschaft tätig ist.

00:08:33: Und insofern sind es dann schon die leitenden Figuren, die man an der Uni trifft, die einem vielleicht aufzeigen, dass der Weg in diese Richtung gehen könnte.

00:08:42: Das ist die Botschaft, die ich gerne auch jungen Leuten mitgebe... immer wieder auch die Möglichkeiten sehen, die sich bieten und oftmals braucht es vielleicht auch jemanden der einen hinweist auf diese Möglichkeiten.

00:08:53: Weil man sie nicht von sich aus entdeckt oder findet wenn man nicht aus dem Akademikerhaushalt kommt wo ganz klar ist dass einem die Welt offen steht und man könnte hier studieren und da studieren.

00:09:04: das war bei mir jetzt nicht der Fall aber insofern hat sich das alles irgendwie gut gefügt und es haben sich immer Gelegenheiten gegeben.

00:09:10: die konnte ich nutzen.

00:09:11: Das ist im Rückblick was wirklich schönes.

00:09:14: Sie hatten die Möglichkeit auch an dem Nichtakademikerhaushalt, wie sie gesagt haben wo sie aufgewachsen sind.

00:09:21: Da war nicht klar weiß das ich fantasiert von mich hin Gerlinde hier ist der Hof und du bist die älteste und das ist deine Aufgabe sondern sie haben schon die Möglichkeit gehabt ein Studium anzugehen und es wurde auch als was realistisches für sich und ihre Zukunft eingeschätzt.

00:09:39: Ja meine Eltern meine Familie Ich habe das eigentlich immer alles unterstützt und das weiß ich jetzt auch im Rückblick sehr zu schätzen.

00:09:45: Sie haben mich immer mochen lassen, auch wenn vielleicht der eine oder andere mal gefragt hat was macht man denn eigentlich?

00:09:50: Wenn man Amerikanistik studiert, was wird man dann da?

00:09:52: oder wenn man Politikwissenschaft studiert wo soll es hinführen?

00:09:55: aber da hab' ich eigentlich nur Rückhalt gekriegt das zu machen was ich machen will und irgendwie wird schon werden.

00:10:00: Okay also ist es geworden.

00:10:01: Also ein gutes Urvertrauen in sie und eine gute freiheitliche Ausgangsbasis um ins Leben zu starten.

00:10:09: Die Schulzeit, war das schon etwas auch wo sie sich mit den Themen Amerika Geschichte Gesellschaft Pug wie das heute heißt beschäftigern.

00:10:18: Wann ist ihre Lieblingsfächer oder haben Sie lieber irgendwie Mathe gerechnet?

00:10:23: Oder Physikaufgaben gelöst?

00:10:26: Ach als ich klein war wollte immer Astronautin werden in so ein völlig anderes Feld.

00:10:30: Aber raus sind die Welten also auch ganz weit raus

00:10:33: genau.

00:10:34: Also vorgezeichnet wurde es jetzt nicht.

00:10:36: aber ja wenn man äter wird und dann ein politisches Bewusstsein entwickelt, dann interessieren eine Dinge.

00:10:42: Und dann guckt man die Talkshows im Fernsehen und fragt sich wie die Dinge zusammenhängen.

00:10:48: also insofern aber ihr muss jetzt wirklich im Rückblick sagen das war kein Masterplan oder irgendwie so auf dem Gymnasium bis in der Jetztzeit existiert hätte sondern viele Dinge haben sich ehrlicherweise einfach so ergeben.

00:11:00: Und glauben Sie, dass ein politisches Bewusstsein sich entwickelt hat bei Ihnen auch durch die geografische Lage in der sie groß geworden sind?

00:11:12: Sie meinten jetzt am ... Der Einst am Ronde der freien Welt.

00:11:17: Sie haben es so nett

00:11:18: im Vorgespräch auch mal gesagt das war ja auch einmal ein Stück Ende der Welt dort hinten

00:11:24: Das war mal Ende der Welten und jetzt ist es das Herz Europas.

00:11:27: Aber das war tatsächlich vor meinem bewussten verstehen.

00:11:30: Da war ich zu klein, um das zu kapieren, wo man da so groß wird.

00:11:34: Also dem würde ich jetzt tatsächlich nicht eine prägende Wirkung zuschreiben, dass das meinen Blick auf die Welt oder den Drang in die Welt irgendwie geprägt hätte sondern daheim ist irgendwie daheimen der bequeme Ort an dem ich gerne bin auch bis heute lebe.

00:11:50: Das ist der Fixpunkt Und von da aus kann man ganz gut in die Welt schauen und versuchen, die Welt zu verstehen.

00:11:55: Und im besten Fall auch anderen helfen zu verstehen was in der Welt passiert.

00:12:00: Dann erstmal nach Regensburg aber wie Sie gesagt haben von Regensbruck nach Washington.

00:12:05: wo ging es dann hin?

00:12:06: Nach dem Praktikum wieder zurück nach Regenburg Aber mit dem Bewusstsein da bleibe ich erst mal für einen Moment aber nicht für immer.

00:12:14: war das schon ein Weg anders gestellt?

00:12:17: Ja, wobei Regensberg tatsächlich meine wissenschaftliche Heimat geblieben ist weil ich da auch promoviert und tabilitiert hab, einfach weil die Bedingungen sehr gut waren.

00:12:26: Ich hatte dann hervorragende Mentor Prof.

00:12:28: Stefan Bierling von dem ich auch viel gelernt habe den freigeistigen Blick auf die Welt.

00:12:34: das weiß ich auch sehr zu schätzen und dass immer wieder bei vielleicht prägenden Figuren in der Wissenschaft manche Türen eröffnen Und von diesem Fixpunkt aus konnte ich eigentlich immer spaßige Dinge tun.

00:12:48: Die Wissenschaft in Regensburg hat natürlich sehr viel Spaß gemacht, aber immer auch wieder an andere Universitäten gehen für Forschungsaufenthalte.

00:12:55: Für Leer-Aufenthalter und das ist das große Privileg der Wissenschaft, dass man eigentlich vielleicht an einem Ort daheim ist, aber in der Welt zu Hause um so einen Werbespruch aufzulutzen.

00:13:05: Und es ist eine schöne Gelegenheit auch immer mal wieder an verschiedenen Orten zu arbeiten, in verschiedene Länder einzutaupen.

00:13:11: Es macht ein Unterschied ob man wo beruflich ist oder ob man in Urlaub hinfährt, wenn man einfach besser versteht wie so ein Land tickt oder wie eine Stadt tickt.

00:13:20: Das genieße ich sehr und das mache auch sehr

00:13:21: gerne.".

00:13:22: Sie haben kurz erwähnt dass es für sie natürlich auch schön ist mit den Studierenden im Gespräch zu sein, dass sie auch einen Tipp geben offen zu sein aus sich zu überlegen ob man akademisch vielleicht weiter machen möchte.

00:13:37: jetzt haben sie Professor Bierlinge für sich genannt.

00:13:41: Haben Sie die Zeit in Ihrem täglichen Sein an der Universität heute auch den Studierenden Rückmeldung gut zu geben, sie auch zu ermutigen mit ihnen einen Austausch zu treten?

00:13:54: Kommen Studierende zu Ihnen und sagen Sagen Sie mir mal eign ich mich für die Wissenschaft oder nicht.

00:14:00: Oder wie haben wir uns das vorzustellen?

00:14:03: Das ist tatsächlich so und das merkt man auch wenn man älter wird dass man vielleicht im ein oder anderen Mal eine Idee aufzeigen kann wo es hingehen könnte.

00:14:11: Studenten aus dem Umfeld von einem Seminar oder von der Exkursion dann für sich entdecken, wofür sie brennen und wo es hingehen soll.

00:14:18: Und das ist schön zu sehen, wo's dann auch tatsächlich hingeht in die unterschiedlichsten Berufswelten weil das ja mit Politikwissenschaft nicht vorgezeichnet ist, wo man mal landen wird.

00:14:28: Natürlich versuche ich da auch Rückmeldung zu geben.

00:14:32: Ich möchte das aber jetzt etwas überhöhen... Natürlich gibt man immer Feedback oder Versuch, dann auch mit einem Empfehlungsschreiben weiter zu helfen.

00:14:41: Wenn es um ein Stipendium geht oder eine Masterbewerbung oder was dann noch so kommen mag und vielleicht den Gedanken würde ich gerne noch ergänzen.

00:14:49: Ich empfiehle tatsächlich auch oft überlegen ob zum Beispiel die Promotion wirklich das Richtige ist und der richtige Schritt im eigenen Berufsweg ist weil das begegnet mir eigentlich sehr viel öfter dass Leute für sich festgelegt haben also sie wollen studieren und dann promovieren Aber eigentlich ist vielleicht gar nicht klar, warum.

00:15:07: Und vielleicht könnte man in einem anderen Setting die eigenen Fähigkeiten und das eigene Talent und was man tatsächlich gerne macht noch sehr viel besser ausleben.

00:15:17: also ich finde es wichtig zu sagen Nicht nur was geht sondern auch dass es immer Alternativen gibt und dass es nicht einen Weg zum Glück gibt.

00:15:24: Jetzt ist es ja was, in den USA sind auch gerade bei den Themen die sie bearbeiten eine ganz andere Denktradition.

00:15:30: Es gibt viel strategische Beratungen und nicht jeder promoviert zum Beispiel einen anderen Angang wie man als Politikwissenschaftler dann vielleicht im Berufsleben Fuß fassen kann.

00:15:40: Ist das richtig?

00:15:42: Ja da sprechen Sie jetzt wirklich einen entscheidenden Unterschied an und das ist glaube ich auch der Grund warum mich die USA beruflich so faszinieren also Politikwissenschaft, insbesondere im Bereich der internationalen Politik.

00:15:54: Der Sicherheitspolitik sind die USA einfach eine völlig andere Hausnummer mit wie ernsthaft man sich da mit Strategiefragen beschäftigt?

00:16:01: Mit welchem Realismus man auf die Welt guckt?

00:16:04: Da ist die akademische Landschaft in Deutschland relativ dürftig aufgestellt.

00:16:07: Einfach weil andere Forschungsschwerpunkte, andere Themen, andere Erklärungsmodelle, andere Forschungs- und Denktraditionen eher Konjunktur hatten in den letzten Jahrzehnten.

00:16:18: So dass es hier eigentlich relativ brachland ist, wenn man sich mit Security Studies, Strategic Studies also wirklich harten Fragen von Sicherheit beschäftigt.

00:16:28: und das ist in den USA eben völlig anders.

00:16:30: da hat man auch eine sehr enge Verbindung zwischen der akademischen Forschung also quasi der reinen Lehre und der Praxis weil man auch an Universitäten sehr viel stärker Praktiker mit einbindet Ob das jetzt Diplomaten sind oder pensionierte Generäle.

00:16:44: Und es ist ein anderer Austausch, der auch in den anderen Strukturmerkmalen des Systems begründet liegt.

00:16:50: Denn in den USA kann man sehr gut hin und her wechseln zwischen der wissenschaftlichen Karriere... ...und dem Dienst zum Beispiel in der Administration.

00:16:57: Das ist in Deutschland nicht der Fall sondern hier ist man eigentlich so im Silo drin.

00:17:01: Also entweder bewegt man sich in der Wissenschaft oder man bewegt sich... also in der Journalismus oder man bewegt sich im Ministerium, aber das Wechseln hin und her gibt es eigentlich hier in Deutschland wegen der unterschiedlichen Karrierewege nicht.

00:17:16: Und ich finde das ja befruchten wenn man diesen Austausch auch über diese Berufswege hinwegkommt.

00:17:25: American German Situation Room.

00:17:28: Ist das richtig?

00:17:30: Das ist genau so ein Denk-Ideenlabor, wie Sie es ja eben auch vielleicht mit Praktikern und Wissenschaftlern beschrieben haben oder einen Erprobungs- und Lernraum den wir so ja nicht kennen.

00:17:44: Können Sie uns ein bisschen erklären was das ist?

00:17:47: Ja, das war ein Projekt damals getragen vom German Marshall Fund und dem American Institute for Contemporary German Studies, AICGS ist ein langer Name.

00:17:56: Mittlerweile heißt das American German Institute etwas kürzer.

00:18:00: Und die Idee hinter diesem Projekt war aus Deutschland Leute in den USA zu holen und sie dort mit amerikanischen Counterparts auch zusammenzubringen um zu ermöglichen diese Trump-Revolution in der Außenpolitik der USA besser zu verstehen.

00:18:16: denn das war schon eine Beobachtung nach dem ersten Basik von Donald Trump.

00:18:21: Da guckten viele hierzulande eigentlich mit einigermaßen Verwunderungen auf die USA, dass hier plötzlich auch eine Administration im Amt ist, die so keine Verwurzelung in der amerikanischen Außenpolitik hatte, die plötzlich auch neue Ideen an Bord holte und was von Make America Great Again and America First sprach und Allianzen nicht so sonderlich gut schätzte.

00:18:46: Die Idee dahinter war einfach diesen Austausch über den Atlantik hinweg zu verbessern, um mit allen ins Gespräch zu kommen und zu verstehen wer treibt denn eigentlich die amerikanische Politik jetzt in dieser neuen Zeit.

00:18:57: Wir sind die Entscheidungsträger.

00:18:58: wie denken die?

00:18:59: Wie ticken die?

00:19:00: Und welche Gemeinsamkeiten haben wir dann wenn wir in die Zukunft schauen?

00:19:04: ist das was sie sowas bei uns in der universitären Landschaft auch vermissen dass es so etwas nicht gibt und vielleicht gleichzeitig auch eine Motivation für Sie gewesen ihr eigenes Institut zu gründen jenseits der Universität?

00:19:18: Ja, wobei das kann ich jetzt mit meiner kleinen Firma ja auch nicht leisten.

00:19:22: Da bräuchts auch eine größere finanzielle Ausstattung.

00:19:26: also das war jetzt wirklich ein Projekt, wo man eben auch die Ressourcen dafür braucht dass man unterschiedlichste Leute für unterschiedliche Zeiträume nach Washington holt um sie ins Gespräch miteinander zu bringen.

00:19:36: Die Motivation für den Schritt in die Selbstständigkeit war eigentlich eher zu versuchen ob man Forschung und Beratung auch privatwirtschaftlich finanzieren kann.

00:19:46: Also ob es möglich ist, dass man sich an der Uni gern tue und eben mit diesem speziellen Blick auf Fragen von Sicherheit und Strategie, ob man das auch außerhalb des Tankers-Universität kleiner agiler Privatwirtschaftlich machen kann?

00:20:00: Und das ist noch ein laufendes Experiment weil ich das erst vor einigen Monaten ernsthaft wirklich begonnen habe so grob vom halben dreiviertel Jahr.

00:20:08: aber es funktioniert ganz gut und macht Spaß!

00:20:11: Das ist doch gut, wenn das gut funktioniert.

00:20:13: Da drücken wir auch weiter die Daumen dafür.

00:20:16: Sie selber sind aber nicht nur einmal in die USA gegangen für diesen Room und für ihr Studium, für Praktikum sondern ganz oft und auch im Gegenstück waren sie zuletzt gerade in Israel.

00:20:29: Sie haben mir im Vorgespräch auch ein bisschen erzählt dass das zwei Länder Orte, wo sie mit ganz besonderen Erkenntnissen oder Gewinnen auch für sich selbst hingereist und auch wieder zurückgekommen sind.

00:20:46: Teilen Sie doch gerne mit uns was Sie uns darüber erzählen möchten!

00:20:51: Die USA und Israel sind zwei Länder die so vielfältig und so unterschiedlich sind.

00:20:59: Meine erste Reise in den USA war noch ein Abitur... Da habe ich erst gesehen und verstanden, wie vielfältig die USA sind.

00:21:08: Die Ostküste ist wieder anders als die Westküster und Leute aus aller Welt kommen da zusammen und werden Amerikaner.

00:21:14: Das hat mich super fasziniert, wie man so eine Unterschiedlichkeit haben kann aber trotzdem ein starkes Gemeinwesen dass diese Verbundenheit völlig unzweifelhaft ist.

00:21:24: In Israel habe ich eben auch dieses Gefühl.

00:21:28: es ist so ein vielfaltiges Land Spannungsvolles Land, wo sich die Leute immer uneins sind.

00:21:36: Also nicht monolithischer Block und das betrügt mich richtig wie von uns aus oft auch in der Fresse über Israel berichtet wird als ob es irgendwie so ein homogene Block wäre, wo alle identisch denken und den letzter Zeit mit füchterlicher Dämonisierung und zum Teil auch nicht mehr allzu sehr verholen im Antisemitismus über Israel gesprochen wird.

00:21:58: Und dabei ist Israel eben so ein streitlustiger Ort, wo man für jede Position irgendwie einen Vertreter finden kann.

00:22:04: Die Israelis sind sich bei allem uneins und trotzdem sind sie halt zusammengehörig.

00:22:09: Diese Verbindung in der Unterschiedlichkeit fand ich immer super spannend!

00:22:13: Auch die Fähigkeit, Ambiguität auszuhalten.

00:22:17: Es muss nicht alles ganz eindeutig sein – und bei uns habe ich den Eindruck, wird alles ins Schubladen gesteckt.

00:22:22: Das muss immer alles schwarz oder weiß sein... Und das fasziniert mich an diesen beiden Staaten ganz besonders.

00:22:29: Wenn Sie jetzt heute in die Beratung schauen, was sie machen ist auch ein Stolperstein für unser Denken hier wenn Sie mit Ihren Themen kommen.

00:22:37: Sie beraten ja viele Institutionen und Personen aber sie geben uns allen ja auch Einblicke mit ihrem Wissen über aktuelles Tagesgeschehen.

00:22:47: infönig sind sie oft und treten auf erklären uns die Dinge wo sie manchmal sagen, es ist eigentlich verrückt.

00:22:55: Weil hier soll auch immer alles in schwarz und weiß eingeordnet werden und das hemmt uns vielleicht als Gesellschaft weiter zu denken oder hier einen Plan und eine Perspektive geradezuentwickeln.

00:23:09: Wo sehen Sie dass wir den Schritt machen müssen?

00:23:13: aus Ihrem Leben heraus?

00:23:14: Aus Ihrer Vorsprachperspektive und Erfahrung?

00:23:18: Da fallen mir jetzt verschiedene Dinge ein, über die wir sprechen könnten.

00:23:21: Ich beobachte zum einen das in unseren öffentlichen Debatten ist immer sehr schnell sich um so eine Konsens alles organisiert.

00:23:28: also wir streiten gar nicht wirklich um die Themen sondern es geht sehr schnell dass ich irgendwie so eine Mainstreamige Meinung herausbildet.

00:23:35: und so muss es dann sein.

00:23:36: Und das verstehe ich nicht weil man sucht doch und das ist das was der Akademiker macht dafür wird man gedanklich geschult und trainiert.

00:23:44: Man sucht immer noch den guten Gegenargument Und es gibt keine ewigen Wahrheiten, sondern es gültig ist das was man herausgefunden hat bis jemand anderer kommt und es wieder legt.

00:23:54: Also dieser Zweifel an der Richtigkeit des eigenen Arguments.

00:23:59: Das ist etwas was mir als Wissenschaftler halt so offenkundlich vor Augen steht und ich habe den Eindruck in unseren Diskussionen machen wir das ganz oft nicht, sondern da ist relativ schnell klar was angeblich die richtige Sicht auf die Dinge ist... ...und dann schad sich alles darum!

00:24:14: Und das ist auch eine Abfolge von Themen.

00:24:16: also Da ging es nur um das Thema Flüchtlinge, dann irgendwann kam Klima.

00:24:22: Dann kam Corona und man musste irgendwie alles gleichzeitig bearbeiten können und als Gesellschaft auch streitbar drüber sich austauschen können, um am Ende zum möglichst guten Ergebnis zu kommen.

00:24:33: Das wäre ein Gedanke der mir hier kommt.

00:24:35: Das Zweite was ich beobachte ist dass wir oft vielleicht den Fehler machen so linear zu denken.

00:24:41: also man denkt die Zukunft so wie die Gegenwart ist Man denkt sie nicht in Szenarien, was alles sein könnte.

00:24:47: Da können ganz gute Dinge passieren aber es kann auch fürchterlich schlimme Dinge passieren sondern man ist in so einer Behebigkeit drin und denkt einfach den Status quo weiter.

00:24:55: Und das wird dann zum Problem wenn man in der Situation ist wo sich die Welt um uns herum halt ganz fundamental verändert Aber unser politisches Denken vielleicht auch gesellschaftliches Denken sehr stark dem status quo verhaftet ist.

00:25:09: Also man schreibt irgendwie evolutionär fort obwohl manche Dinge vielleicht auch ganz grundlegend infrage stellen müsste.

00:25:14: und das zu lernen, dass eben nichts gegeben ist sondern dass sich die Dinge auch ganz grundlegend ändern können.

00:25:19: Dass die NATO zerbrechen kann und es wir fürchterlich für uns oder dass es auch Krieg in Europa geben kann wie man's mit dem Ukrainekrieg jetzt zuletzt erlebt haben wir auch vorher natürlich gesehen haben.

00:25:31: also diese Dinge einfach besser zu antizipieren und dann in der Vielfalt aller Blickwinkel den besten Weg nach vorne zu finden Das treibt mich auch und das finde ich am interessantesten.

00:25:43: Und ich beobachte eben, dass es manchmal nur bedingt gelingt in unseren öffentlichen Debatten.

00:25:48: Kommen Menschen auf Sie zu uns sagen, das ist wahnsinnig Ihre Stärke Frau Kräutel da haben sie uns was voraus.

00:25:55: lernen Sie uns das bringen sie uns das bei sehen Sie?

00:25:58: Dass es aber Leuchttürme gibt vielleicht oder leucht Feuer die sagen ja dann müssen wir etwas Neues einlernen.

00:26:05: und sehen Sie sich da auch an der Verantwortung als Wissenschaftlerin mit ihren Erkenntnissen, die nach draußen zu bringen und dafür zu werben dass da ein Umdenken stattfinden soll.

00:26:18: Ich möchte das gar nicht überhöhlen weil es klingt ja so als ob man da die Weisheit miteinander füllen gefressen hätte.

00:26:23: und so ist es ja wirklich nicht.

00:26:25: aber was ich versuche und was auch immer wieder mal rückgespiegelt bekommen ist dass ich eben noch dem Gegenargument bewusst suche und dass man sich nicht einlässt auf Das, was jetzt alle schon sagen einfach weiß.

00:26:39: Ich gebe mal ein Beispiel wo man es konkret machen kann.

00:26:42: die USA unter Donald Trump polarisieren natürlich unglaublich und in der deutschen öffentlichen Meinung würde ich sagen gibt's fast eine hellige Ablehnung gegenüber Donald Trump.

00:26:51: vielleicht ist in manchem politischen Quartier nicht aber so.

00:26:54: die generelle Meinung scheint doch ne Abneigung zu sein.

00:26:58: Und das verleitet manchmal dazu, dass man eben sehr selbstgefällig über die USA und über die amerikanische Politik und Trump redet und gar nicht mehr versucht zu erklären, warum ist er jetzt eigentlich erfolgreich?

00:27:10: Also was steckt dahinter?

00:27:12: Das versuche ich schon immer wieder zu machen, dass nicht alles verkehrt ist nur weil Donald Trump das sagt und es auch nicht ein komischer Unfall der Geschichte ist, dass er zum zweiten Mal zum Präsidenten gewählt wurde.

00:27:23: also ich versuch das Gegenargument auf den Tisch zu legen, einfach um so einen überbordenden Konsens vielleicht auch etwas entgegenzusetzen.

00:27:34: Weil ich glaube dass man dann besser zur Erkenntnis kommt was denn wirklich hinter den Dingen steckt als wenn man sich das gedanklich intellektuell so ein bisschen bequem macht und sich lustig macht über Donald Trump.

00:27:42: es gibt immer viel Zuspruch und vielleicht auch ein bisschen Applaus aber das ist nicht das was mich intellektual jetzt wirklich befriedigen würde.

00:27:51: Wo haben Sie das sich hergeholt, dieses intellektuell befriedigt werden?

00:27:54: Dieses Argument.

00:27:55: Ich meine es braucht ja eine unglaubliche Reflektiertheit und auch eine Stärke zu sagen ich trau mich dass ich mache das!

00:28:01: Ich habe in mir die Kapazität, ich mach das... Das treibt mich jetzt an analytisch.

00:28:08: Woher kommt das, Frau Greutel?

00:28:10: Muss es noch irgendwas geben, wo sie gesagt haben, da bin ich mal mit erfolgreich gewesen oder da hat mich jemand ermutigt so zu denken und in die Welt zu gucken.

00:28:18: Oder ist es wirklich dass, dass Sie sagen nee, das bin einfach ich, so bin ich!

00:28:22: Mit meinem ganzen Oberpfälzer-Bodenständigkeit, das ist so... Da denkt man ganz erstmal Basis und guckt was kann da eigentlich gemacht werden?

00:28:32: und das ist eine Lebenshaltung.

00:28:35: Also vielleicht muss ich mich jetzt korrigieren zu dem, was ich vorher sagte dass mir die Herkunft gar nicht so bereckt.

00:28:40: Vielleicht bereckt mich die Herkomft doch einigermaßen.

00:28:46: Die Universität ist schon so ein eigener Kosmos für sich.

00:28:50: Ich mache es mal auch in einem banalen Beispiel fest.

00:28:53: also ich würde sagen fast alle an der Universität gendern irgendwie.

00:28:58: Das war mir von je her fremd weil das für eine füchterliche Verhundzung der wunderschönen deutschen Sprache heute die irgendwie Ideologie getränkt ist.

00:29:05: und dann ist vielleicht das Korrektiv, wenn man halt daheim auf dem Dorf lebt und kein Mensch wird im Traum daran denken da irgendwie rum zu gendern.

00:29:12: Dass man dann sich auch denkt ja das brauche ich nicht.

00:29:15: Ich muss nicht stromlinienförmig da irgendwo mitschwimmen.

00:29:18: Also vielleicht ist die Verwurzelung daheime doch prägender als ich zugegeben habe vorher

00:29:26: und auch nicht so Mode-Trends vielleicht aufsetzen.

00:29:28: So wie Sie das jetzt gesagt haben, sondern wirklich dass sie auch nochmal schauen wollen was dahinter ist.

00:29:34: es glaube ich auch durchgeklungen und Sie haben ja auch viel Zeit immer verbracht Quellen zu studieren in Bibliotheken zu gehen sich auseinanderzusetzen.

00:29:43: also Materialien beispielsweise Florenz sind sie auch ein halbes Jahr gewesen und haben auch erzählt.

00:29:48: Also viel von Florenz habe ich nicht gesehen

00:29:51: aber

00:29:52: in der Bibliothekenfiesole kenne ich mich sehr gut aus.

00:29:55: Es war nicht ein halbes Jahr, es war kürzer.

00:29:57: Es war ein schöner Sommer.

00:29:58: Okay!

00:29:59: Fieseli kann ich dir ja empfehlen und da kann man unglaublich gut auch in der Abgeschiedenheit des European University Institute auf dem Berg mit einem Blick über Florenz sich ganz gut vergraben in der Bibliothek und einfach konzentriert arbeiten.

00:30:15: Ja?

00:30:17: Aber da gibt es noch Reisetipps nebenbei.

00:30:19: Ja, total gerne!

00:30:20: Wo geht man essen?

00:30:21: in Piesoulée?

00:30:22: Am besten jetzt noch erzähl'.

00:30:24: Tatsächlich in der Mensa.

00:30:26: In

00:30:26: der Mensaa.

00:30:27: Das war freizugänglich für jeden.

00:30:29: Ah

00:30:30: ich fürchte nicht aber... Das ist eine italienische Mensa, die was auf sich hält.

00:30:35: Wo es wirklich gutes Essen gibt!

00:30:37: Also wir hatten das European-Institut des... Nein, richtig heißt das.

00:30:40: Sagen Sie's nochmal nicht?

00:30:41: Ja, European University Institute

00:30:43: Genau, die haben ne tolle Bibliothek.

00:30:45: Die machen da, ich glaube, Politikwissenschaftler, Historiker sind.

00:30:49: Da sind glaube ich hauptsächlich vier Studiengänge, die dort Doktoranden auch unterrichten oder auch Postdocs.

00:30:58: Es gibt ne toller Bibliothek.

00:31:01: Also ist ja eigentlich schon ein Aufruf, sich dafür zu bewerben mal da.

00:31:05: Wer jetzt in der Uni ist und lehrt und eins dieser Fächer hat sich dafür interessiert?

00:31:10: Ich war nur für eine Forschungsaufenthalte also ich habe da nicht gelehrt sondern ich war nur wirklich in der Bibliothek und hab mich vergraben.

00:31:16: Aber das ist aber auch für Promoventen.

00:31:18: also sich da mal Forschung mit so beschäftigen.

00:31:21: sie können es nur empfehlen und die können uns dann demnächst von der Mensa erzählen Wunderbar.

00:31:28: Jetzt ist es so, dass Sie wieder in die USA gehen?

00:31:33: Ist das richtig?

00:31:35: Was treibt sie jetzt an?

00:31:36: Was ist Ihr nächstes Projekt?

00:31:37: Was nehmen Sie im Angriff?

00:31:40: Ich werde jetzt im Juli noch nach Washington gehen an die Johns Hopkins Universität.

00:31:45: Da gibt's das sogenannte Kissinger Center.

00:31:47: Da sind Politikwissenschaftler, Historiker miteinander am Werke beschäftigen sich intensiv mit Fragen von Weltordnung und eben auch dieser Verzahnung von akademischer Forschung und der politischen Praxis, wo man auf die drängendsten Fragen der Zeit versucht Antworten zu finden.

00:32:03: Das ist ein superinteressanter Ort mit tollen Kollegen mitten in der amerikanischen Hauptstadt.

00:32:09: Und das eine tolle Gelegenheit für mich dafür ein Jahr als Bassprofessorin anzuducken!

00:32:13: Das werde ich machen.

00:32:14: Und was wollen Sie für sich rausarbeiten?

00:32:16: Lassen sie uns das schon wissen, wissen sie, was ein Thema ist wo sie mal genauer hinschauen wollen?

00:32:22: oder ist es noch strictly top secret?

00:32:24: Nö,

00:32:25: das überhaupt nicht!

00:32:26: Top Secret.

00:32:27: Ich arbeite an einem Lehrbuch zu den transatlantischen Beziehungen und das ist Arbeit im entstehen, im laufen.

00:32:34: also daran werde ich weiter arbeiten und dann natürlich einfach... ich möchte Zeit in den USA verbringen um zu verstehen was da passiert.

00:32:41: Ich habe gerade vorhin gesagt, mich betrügt das wie hierzulande über Israel gesprochen wird.

00:32:45: Mich bedrückt es auch wie hierzu lande über die USA gesprochen wird seit Donald Trump wieder im weißen Haus sitzt wo selbst ein Bundeskanzler sagt er kann nicht mehr empfehlen dass sein Töchter in den USA zu gehen weil sich das politische Klima so verändert habe.

00:32:58: und das kaufe ich nicht Weil dieses Land ist ein wunderbares Land Und die Menschen sind wunderbare Menschen.

00:33:05: und ich möchte besser verstehen wie die Stimmung im Land ist was da passiert auch wie die Trump-Administration vielleicht das Land verändert und nicht nur den Blick von außen haben, sondern eben dem Blick von innen.

00:33:15: Das haben Sie jetzt sehr schön gesagt!

00:33:16: Das kaufe ich nicht.

00:33:17: Das hat man bis jetzt bei jeder Anbaut von Ihnen gemerkt.

00:33:20: Das kauffe ich nicht – da schaue ich nochmal ganz genau hin.

00:33:23: Jetzt gehen sie nach Washington.

00:33:25: Haben Sie auch noch andere Ziele?

00:33:27: Wollen Sie reisen?

00:33:28: Weil Sie haben vorhin erzählt, Sie haben die Westküste gesehen, die Ostküse und es spannt sich ja so ein ganzes Panorama auf.

00:33:34: Wo ist denn Amerika für Sie?

00:33:36: Für Sie als Europäerin mit Ihrem Blick.

00:33:39: Wo ist Amerika?

00:33:40: Amerika!

00:33:43: Das habe ich auch schon angedeutet, Amerika ist überall und zwar in seiner ganzen Unterschiedlichkeit.

00:33:47: Und das ist das Schöne also... Ich versuche wirklich viel zu reisen in den USA, dreißig Bundesstaaten ungefähr.

00:33:54: Habe ich schon auf meiner Liste.

00:33:55: also gibt es auch nur etliches zu sehen und das werde ich auf jeden Fall machen.

00:33:58: noch Texas möchte zum Beispiel reisen da war ich noch nicht.

00:34:03: Amerika ist eben alles.

00:34:04: Das ist sowohl das ländliche Montana, wo es einen Meilenweit nix gibt oder wo man auch versteht warum die Leute nicht zuerst an Washington denken, dass sich um ihre Probleme kümmern wird sondern da ist dieses Prinzip der Eigenverantwortung halt auch verkörpert durch die Weite der Landschaft und durch die Einsamkeit in der viele Leute leben.

00:34:24: Und das ist genauso Amerika wie New York mit seinen Wolkenkratzern und der unglaublichen Urbanität, der Modernität und dem Wandel und dem Rasantenleben.

00:34:33: Also es ist eben diese Vielfalt die dieses Land ausmacht.

00:34:36: deshalb sollte man auch nicht glauben nur weil man in Washington war oder in New York war oder San Francisco was ja so die gängigen Ziele sind dass man dann das land verstanden hätte weil die USA halt auch ein Flächenland sind und das betrifft eigentlich Deutschland ja genau so.

00:34:50: also nur auf Berlin zu gucken Das lässt einem noch nicht verstehen, was Deutschland ausmacht.

00:34:55: Da muss man auch mal in die abgelegenen Ecken fahren und in die Provinz fahren.

00:34:58: Und so ist es in den USA auch.

00:35:00: Also auch die Ermutigung rauszugehen und sich das seinen Forschungsgegenstand anzuschauen?

00:35:06: Egal welches Fachmann denn studiert...

00:35:10: Ja, das schadet nie würde ich sagen!

00:35:12: Sich in der Welt ein bisschen umzugucken.

00:35:14: Die USA sind einfach ein wunderbares Land weil die Menschen so wunderbar sind.

00:35:18: Ich habe noch nie so viel Offenheit erlebt.

00:35:20: Vielleicht auch nochmal so ein Gegenstück zum Aufwachsen in der Oberpfalz, na ne, der tschechischen Grenze.

00:35:28: Wo jeder seinen Gartenzaun hat.

00:35:29: und wenn da mal irgendwo ein fremder Auftauch dann guckt man vielleicht ein bisschen arg wenig über einen Garten Zaun und fragt sich wer das ist ohne ihn anzusprechen.

00:35:36: und in den USA ist immer im Gespräch mit irgendjemandem weil die Leute super interessiert sind und super nett sind freimütig, wenn man so ins Gespräch kommt über politische Themen halt erzählen.

00:35:49: Warum sie für die Republikaner stimmen?

00:35:50: Und das sind nicht irgendwie böse Leute oder völlig verrückte Leute.

00:35:53: und manchmal könnte man eine Berichterstattung zu den Eindrücken kriegen, dass es lauter abstruse Leute sein müssten, die für Donald Trump das Kreuzchen gemacht haben bei der letzten Wahl.

00:36:04: Aber das sind auch ganz normale Leute mit ihren Interessenpräferenzen und Einstellungen, die sich an der einen oder anderen Stelle die Welt anders sehen lassen.

00:36:13: Das interessiert mich.

00:36:13: Ja,

00:36:14: die kritische Stimme, die Sie immer in sich anschalten – also was wir jetzt so oder ich so durchgehört habe in unserem Gespräch?

00:36:20: Was würden sie mir und allen, die diesen Podcast jetzt hören oder anschauen denn mitgeben?

00:36:27: Was sollten wir uns für eine Frage so immer mit im Ohr haben wenn wir im Moment Nachrichten- oder Berichterstattung aus USA hören?

00:36:35: Was könnte ein kleines Korrektiv sein, was wir wie so ein Lämpchen anschalten damit wir alle jetzt ein bisschen klüger werden durch sie und vielleicht noch eine zweite Tun-Spur mitnehmen können?

00:36:47: Naja, halt einfach sich die Details anschauen.

00:36:51: Also ein Beispiel!

00:36:53: Ich habe ganz oft gelesen Donald Trump regiert per Decret.

00:36:57: Und allein dieser Begriff Decret ist völlig verkehrt weil der Präsident keine Decrete unterzeichnen kann sondern er kann exekutiv Verordnungen unterschreiben.

00:37:06: das ist es was Donald Trump ständig macht Und das sind Anweisungen an die Bundesverwaltung, wie sie die Gesetze, also die bestehenden Gesetzen umsetzen sollen.

00:37:15: Das ist was anderes als per Dekret regieren, wo man den Eindruck hat der Präsident unterschreibt irgendwas und dann macht Schnippe und alle tun das, was er sagt.

00:37:23: Also auf die Details achten und auch mit sprachlicher Präzisionen auf die Dinge schauen Denn der Präsident ist natürlich jetzt auch als Donald Trump nicht plötzlich der Ersatzgesetzgeber Sondern auch der kann nur im Rahmen der bestehende Gesetzestage quasi im kleinen Gestalten, wie die Behörden vielleicht die Gesetze anders auslegen.

00:37:43: Wie sie operieren sollen?

00:37:45: Wie sie Dinge umsetzen.

00:37:45: und dann kommt das Gericht und sagt... Die Anweisung ist so nicht lauter!

00:37:49: Das muss man wieder zurücknehmen.

00:37:51: Also es ist nicht alles so einfach dass Donald Trump jetzt dieses ganze Land umkrempelt von vorne bis hinten und das einfach so machen könnte weil dafür sind die Amerikaner auch ein zu anarchisches Völkchen, die ihre Freiheit und ihre Eigenverantwortungen ebenso sehr schätzen dass da ganz viele Checks and Balances eingezogen sind auf verschiedenen Ebenen.

00:38:10: Also einfach vielleicht gerne mal ein bisschen genauer hinschauen, statt nur das nachzusagen was vielleicht schon fünf Journalisten jetzt einmal so gesagt haben ohne es wirklich zu erklären was zum Beispiel einen Executive Order ist.

00:38:25: Also geerdet sein erstmal seine Ausgangsbasis finden?

00:38:29: kritisch hinterfragen, nicht alles abkaufen und auf die Details hören.

00:38:34: Das ist ja eigentlich ein totales Erfolgsprogramm bei Ihnen.

00:38:37: Es gibt ja eh schon ein paar Oberpfälzer, die sind zum Jahrhundertwende sehr erfolgreich in Amerika geworden.

00:38:43: Da haben sie aber keine Verwandten von den Revolver-Helden, die da ausgewandert sind weil auch da gibts ja eine Tradition in ihrer Heimat!

00:38:52: Zumindest keine, die ich kenne.

00:38:53: Keinen den Sie

00:38:54: kennen?

00:38:54: Also ich kende weder Wilderer noch Revolverhägen, die in der USA ausgewandert werden.

00:39:00: Ja es ist ja das... Die Gegend um Kahn war auch als eine Zeit lang eben die USA attraktiver für Menschen um auszuwandern sind's aber doch da soweit ich informiert bin doch ein paar Bewegungen haben stattgefunden.

00:39:15: Das auf viele

00:39:15: und in der weiteren Familie gibt's wohl auch jemanden Aber kein

00:39:21: Beläderkit oder sowas, der

00:39:22: jetzt hier irgendwelche

00:39:25: großen Geschichten schreibt.

00:39:28: Wenn Sie nochmal schauen ... In die Universität würde ich gerne noch mal mit Ihnen gehen wollen, weil es für mich doch ein bisschen nochmal ist dieses Spagat abzubilden.

00:39:41: Einerseits junge Studierende zu begleiten in der Lehre eben aber dann auch privat wirtschaftlich zu arbeiten.

00:39:49: Wo sind Sie denn eigentlich?

00:39:51: Nervöser, stehen Sie lieber vor zweihundert Studenten im Hörsaal oder lieber mit so gestandenen Politikern, die eine Meinung von Ihnen hören wollen?

00:40:02: Da macht mich ja nix davon nervös.

00:40:04: Gar nichts!

00:40:04: Oder sie macht ihr wenig nervös,

00:40:06: oder?!

00:40:06: Der nervöseste war ich heute bei unserem Gespräch, wo es um mich persönlich gehen sollte.

00:40:11: Ehrlich gesagt...

00:40:14: Aber das ist ganz ... Ganz da haben sie ihr Wissen, da haben Sie ihren Schatz und also Ihren Schatz im Sinne.

00:40:20: Da wissen Sie was Sie tun und was Sie machen wollen?

00:40:22: Das strengt sich auch nicht an!

00:40:25: Nee... Aber das hat damit zu tun dass es eben die Fachthemen sind mit denen man sich einen Tag ausbeschäftigt.

00:40:34: Der Klempner der auch weiß wie seine Arbeit geht oder der Schreiner und irgendein anderer Handwerker oder der Mediziner der den Eingriff ja auch mit einer gewissen Routine macht.

00:40:45: Da ist man dann nicht nervös im Einzelfall.

00:40:48: Aber ich glaube, man lernt einfach in neuen Situationen immer wieder dazu, wenn man was macht... ...was man vielleicht vorher noch nicht gemacht hat oder nicht so oft gemacht hat zum Beispiel Fernsehe-Interviews geben.

00:41:00: Früher hat mich das tatsächlich nervös gemacht und dann macht man's ein paar Mal und sieht es auch kein Hexenwerk und dann geht's schon irgendwie.

00:41:06: Und gibt's auch etwas wo sie zu sich sagen würden ist was in ihrer ganzen Herangehensweise, wo sie mal zu einem Ergebnis gekommen sind.

00:41:16: Wo Sie zum Schluss sagen müssen, nee jetzt bin ich aber auch irgendwie etwas aufgesetzt und es war wirklich meine Fehleinschätzung meinerseits.

00:41:25: Könne ich das?

00:41:25: Solche Fiehl-Einschätzungen hat man ja immer wieder.

00:41:28: Und es liegt einfach daran dass die Zukunft offen ist.

00:41:30: also jeder der sich mit zeitgenössischen Themen beschäftigt wird immer wieder feststellen, dass Dinge passieren dem man nicht vorher gesehen hat.

00:41:37: Das meinte ich mit Inszenarien denken.

00:41:39: Also man muss immer einpreisen, so oder so kommen können.

00:41:42: Ich mache es mal in einem konkreten Beispiel fest.

00:41:47: Vor dem Militärschlag der USA und Israel ist gegen den Iran, dachte ich nicht dass das wirklich soweit kommen würde also Ende Februar als diese Kämpfe begonnen wurden am achtundzwanzigsten Februar.

00:41:58: Das hat mich einigermaßen überrascht weil ich dachte der Militäreufmarsch das ist ein Instrument der Verhandlungstaktik dass man eben Versuchdruck aufzubauen um in Gesprächen weiterzukommen.

00:42:09: Also das habe ich nicht vorher gesehen.

00:42:12: So was passiert dann?

00:42:13: eben, weil Entscheidungsträger sich halt entscheiden.

00:42:16: Das Risiko ist es wert oder das Risiko einzugehen so wie dass die Trump-Administrationen eben aus der Berichterstattung wissen irgendwann gemacht hat.

00:42:25: Noch mal so ganz der Lob.

00:42:27: jetzt gefragt.

00:42:28: Die beschäftigen sich ja auch so viel mit Großmachtkonkurrenz.

00:42:31: tatsächlich wenn wir jetzt mal... Russland, China, USA und das sind Nachbarn.

00:42:36: Wer mehlt denn da den Rasen?

00:42:38: Und wer lädt zum Grillfest ein?

00:42:40: und wer beschwert sich beim Ordnungsamt?

00:42:42: also wenn wir jetzt in Kam sein würden, wer wäre denn dann?

00:42:45: wer aus ihrer Sicht?

00:42:48: Oh Gott mit der Analogie bin ich ehrlich gesagt überfordert!

00:42:51: Das braucht doch gar... Also

00:42:53: aber was man halt vielleicht sagen kann ist dass sowohl Russland als auch China bestrebt sind ihren Gartenzaun zu verschieben.

00:43:02: Also sie wollen ihr Territorium erweitern.

00:43:05: Und sie sprechen souveränen Nachbarn, die Souveränität ab entweder ganz explizit wie das Russland mit der Ukraine macht oder sie machen es nur in etwas sanfter Formen wie das China tut aber mit brachialen Methoden.

00:43:17: das sehen wir zum Beispiel im südkinesischen Meer wo China versucht einen Raum eine maritime Raum der zum Teil eben internationales Gewässer ist aber zum heil auch Hoheitsgebiet benachbarten Staaten einfach für sich zu Vereinnahmen beanspruchen und sie tun das mit brachialer Gewalt.

00:43:34: Also beide Staaten versuchen den Gartenzaun so ein bisschen weiter weg vom eigentlich eigenen Grundstück zu setzen, weil diese Analogie nutzt und das schafft Konflikt und sollte auch uns nicht kalt lassen, weil das natürlich so Prinzipienverletzungen sind.

00:43:50: also Gibt es das Prinzip der staatlichen Souveränität oder nicht?

00:43:53: Dann können nicht manche Großmächter wie Russland und China sagen, aber für die eigene Nachbarn gilt es nicht.

00:43:57: Für einen selber schon, aber auch für die eigenen Nachbaren nicht!

00:44:01: Und die USA würde ich sagen in längerer Perspektive jetzt seit, sagen wir mal, ... ...odann mit mehr Gewicht nach dem Ende des kalten Krieges haben sehr stark versucht international zu verregeln und zu verrechtlichen also Normen zu etabliern... auch anderen vorschreiben, wie sie zum Beispiel ein Heim des Gras zu mähen haben.

00:44:23: Also regeln zu setzen, wie sich Staaten auch im Inneren ordnen sollen, in welchen Prinzipien sie folgen sollen das zum Beispiel das Individuumrechte hat gegenüber dem Staat und dass nicht der Staat durchgreifen kann.

00:44:36: wir möchte mit voller Willkür über seine Bürger die dann eher als Untertanen behandelt werden denn als selbstbestimmte Bürger Und das ist was Russland und China zb sehr ablehnen.

00:44:46: Sie wollen sich nicht reinreden lassen, weil das ihrem diktatorischen Herrschaftsmodell widerspricht.

00:44:52: Also das ist das Beste was ich mit diesem Bild machen kann.

00:44:55: Das ist

00:44:55: ganz wunderbar!

00:44:56: Weil sie werden das jetzt wissenschaftlich weiter ausarbeiten in den RHI Kontexten weil diese Frage ist so auch nicht zu beantworten.

00:45:05: Und Sie haben aber jetzt mit Martin lang anderthalb Stunden das Gespräch darüber aus Ihrer Forschung, das wirklich wissenschaftlich darzulegen was ich Ihnen hier so flapsig als Frage hingeworfen habe.

00:45:18: Ich danke Ihnen ganz herzlich für dieses Gespräch.

00:45:20: Wir haben viel gelernt!

00:45:22: Ich drück in die Daumen dass es ganz toll wird Das nächste Jahr in Amerika und auch das Ihr Institut Die Früchte trägt sie sich erhofft.

00:45:31: Und vielen Dank, dass Sie heute hier waren und sich die Zeit genommen haben.

00:45:35: Herzlichen Dank für die Einladung und dass sie mich hier auf die Couch genommen haben!

00:45:39: Sehr gerne.

00:45:40: Ich freue

00:45:40: mich, dass sie alle eingeschaltet haben und den Podcast aus dem Roman-Herzog-Institut wie immer jetzt seit neuestem auch als Videobild sich angeschaut und angehört haben.

00:45:50: Wir freuen uns über Ihre Anregungen wenn es Ihnen gefallen hat Bis zum nächsten

00:45:54: Mal

00:45:55: bis dahin.

00:45:57: Nur wer die richtigen Fragen stellt, findet am Ende auch die Antworten, die zu einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung Deutschlands beitragen.

00:46:06: Dr.

00:46:07: Martin Lang geht diesen Fragen in den RHI Kontexten

00:46:10: auf den

00:46:11: Grund.

00:46:11: Schauen Sie rein auf unserer Webseite unter romanherzoginstitut.de oder auf unserem YouTube-Kanal.

00:46:20: Tina

00:46:20: Meyer Schneider trifft alle zwei Wochen

00:46:22: die Menschen

00:46:23: dahinter im Podcast des Roman-Herzog-Instituts.

00:46:27: Zu hören überall, wo es Podcasts gibt – abonnieren Sie uns!

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